Gerüchte um die Übernahme von Zalando durch den chinesischen Handelskonzern Alibaba fördern das Wachstum der Zalando-Aktie. Alibaba plane seine Expansion in Europa auszuweiten.

Gerüchten zufolge soll der chinesische B2B-Handelsriese Alibaba den deutschen Online-Versandhändler Zalando übernehmen.

Marcel Münch, Gründer des Berliner Start-ups DONGXii ist davon überzeugt, dass Alibaba nach Europa drängen wird. In einem Interview mit dem Handelsblatt bemerkt er: „Ich gehe davon aus, dass Alibaba bald in Firmen in Europa investiert. Zalando ist ein Übernahmekandidat. Das Unternehmen ist nicht nur aufgrund des Zugangs zu 25 Millionen Endkunden interessant. Derzeit ist Zalando an den Aktienmärkten auch relativ günstig bewertet. Zalando hat mit der Eigenmarke zLabels selbst erfolglos auf TMall Global versucht, eigene Flagship-Stores zu betreiben, und diesen Shop kürzlich wieder geschlossen. Es gibt aktuell keine Strategie, um die Plattform auch für China relevant zu machen.“

DONGXii ist spezialisiert darauf, für Unternehmen Strategien zu entwickeln, um sie auf den Markteintritt in China vorzubereiten.

Zalando-Aktie steigt nach Übernahmegerüchten

Die Gerüchte haben dazu geführt, dass die Zalando-Aktie in den letzten fünf Tagen wieder um 19 Prozent gestiegen ist. Zuletzt ist die Aktie aufgrund der Gewinnwarnung des britischen Konkurrenten Asos Ende letzten Jahres eingebrochen.  Sollte der Aufwärtstrend anhalten, sind bald auch wieder deutliche Gewinne mit der Zalando-Aktie möglich.

Alibaba treibt Expansion nach Europa voran

Alibaba ist in Deutschland bereits mit einem kleinen Team vertreten und wirbt um deutsche Unternehmen. Der Konzern plant eine globale Handelsplattform aufzubauen, die für die Nutzer kostenlos ist. Im belgischen Lüttich ist bereits ein Logistikzentrum entstanden, von der aus Waren nach China geliefert und auch von China nach Europa eingeführt werden können. Damit ist ein Logistikdrehkreuz entstanden, welches die Basis für die Ausweitung der Handelsplattform nach ganz Europa werden soll.

Alibaba übernimmt deutsches Big-Data-Start-up

Mit der Übernahme des deutschen Big-Data-Start-ups Data Artisans, die gestern bekannt gegeben wurde, kauft Alibaba ein Berliner Unternehmen aus der IT-Branche und weitet seine Präsenz in Deutschland aus. Dieses bietet Software-Lösungen an, um Live-Datenanwendungen einzusetzen und zu verwalten. Data Artisans sind die Macher des Open-Source-Projekts Apache Flink. Das ermöglicht, mit großen Datenmengen zu arbeiten, bevor sie gespeichert sind und sie in Echtzeit zu analysieren.

Das Start-up wurde verschiedenen Meldungen zufolge für 90 Millionen Euro übernommen. Offiziell ist diese Summe aber nicht bestätigt. Die Gründer Kostas Tzoumas (CEO) und Stephan Ewen (CTO) äußern sich dazu in einer offiziellen Erklärung: „Wir freuen uns darüber, dass Data Artisans sich mit Alibaba zusammenschließt, um eine neue Initiative rund um Big Data Open Source-Technologien aufzubauen, nachdem wir Anfang letzten Jahres eine Finanzierungsrunde der Serie B abgeschlossen haben.“

Investition in Open Source Technologien für technologischen Fortschritt

Weiter heißt es bei Data Artisans: „Gerade in Zeiten, in denen sich viele Open-Source-Technologien und -Unternehmen für einen weniger kollaborativen und „geschlossenen“ Ansatz entscheiden, ist es eine große Freude zu sehen, dass Alibaba sich für Open Source und unsere Mission einsetzt und bestrebt ist, Flink’s technologischen Fortschritt auf die nächste Stufe zu bringen. Alibaba, als einer der größten Produktionsanwender und Mitwirkenden von Apache Flink, in enger Zusammenarbeit mit der Open-Source-Community und dem Data Artisans-Team, hat in den letzten zwei Jahren zahlreiche Beiträge zur Flink-Codebasis geleistet.“

„Gemeinsam werden Data Artisans und Alibaba die Beiträge zu Apache Flink und Open Source Big Data nicht nur fortsetzen, sondern beschleunigen. In einem ersten Schritt kündigte Alibaba ihr Engagement an, ihre Eigenentwicklungen rund um Flink – Blink – in die Open-Source-Community einzubringen.“

„Zusammen mit Alibaba können wir unsere Bemühungen und Technologien auf neue Horizonte ausdehnen, indem wir noch mehr in Open Source investieren. Wir können auf neue Bereiche expandieren, die wir in der Vergangenheit noch nicht erforscht haben, und sicherstellen, dass Flink zu einem wertvolleren Datenverarbeitungs-Framework für das moderne datengesteuerte Echtzeit-Unternehmen wird.“

Alibaba will Wachstum der Flink-Community stärken

„Durch die Nutzung der technologischen Expertise beider Teams und der gemeinsamen Leidenschaft für die Entwicklung der Open-Source-Community sind wir zuversichtlich, dass diese strategische Verbindung das Wachstum der Flink-Community weiter stärken, die Datenverarbeitungstechnologien beschleunigen und dazu beitragen wird, ein offenes, kollaboratives und konstruktives Umfeld für globale Entwickler zu schaffen, die sich für die Stream-Verarbeitung und die Echtzeitanwendung für moderne Unternehmen begeistern“, sagte Jingren Zhou, Vice President der Alibaba Group dazu.

 

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Aktuelle Pressemitteilungen von Alibaba

Die Stellungnahme von Data Artisans zu der Übernahme find Sie hier

Bild: gettyimages

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