Er wiegt 145 Kilogramm und kann 340 Kilogramm transportieren. Kiva heißt der Amazon-Roboter, der das Verhältnis Technik zu Mitarbeiter fundamental verändert hat.

Amazon wächst. Bei dem Onlineriesen steigt nicht nur die Zahl der Mitarbeiter, sondern auch die Roboter. 2012 hat das Unternehmen „Kiva Robotics“ übernommen. 2015 waren bereits 30.000 Roboter bei rund 230.000 Beschäftigten im Einsatz. Im letzten Jahr war der Anteil noch einmal deutlich gestiegen: Auf 566.000 Mitarbeiter kamen Schätzungen zufolge rund 120.000 Roboter. 2017 wurden in Deutschland die ersten Transportroboter eingesetzt, und zwar im Logistikzentrum Winsen. Auch im Amazon Logistikzentrum Frankenthal, das in diesem Jahr eröffnet wurde, unterstützen Maschinen die Mitarbeiter. Hauptaufgabe der Amazon-Roboter ist es, die Regalfächer mit den Waren direkt zu den Arbeitsstationen zu fahren. Dort werden die Produkte kommissioniert und anschließend für den Versand verpackt. Für die Mitarbeiter verkürzen sich so die Laufwege. Zudem seien durch die Roboter die Bearbeitungszeiten für Bestellungen massiv gesunken, so Amazon.

Die Amazon-Roboter verkürzen Auftragsbearbeitungszeiten

Aufträge, die früher bisweilen Stunden dauerten, können dank der Amazon-Roboter heute manchmal in Minutenschnelle erledigt werden. Zudem unterstützen die Maschinen dabei, Lagerfläche besser nutzen zu können. In Frankenthal, dem jüngsten deutschen Logistikzentrum von Amazon, werden täglich mehrere tausend Pakete an Kunden in Europa versendet. Auf Lager sind derzeit über zwei Millionen Artikel. Im September wurde dort der 1000ste Mitarbeiter eingestellt. Johannes Weingärtner, Standortleiter des Amazon Logistikzentrums in Frankenthal: „Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung des Standorts seit der Eröffnung. Wir stellen auch weiterhin Mitarbeiter ein.“

Maschinen sollen Mitarbeiter unterstützen, nicht ersetzen

Input für die Amazon-Roboter kommt übrigens auch aus Deutschland. Der Onlineriese schätzt die führende Rolle der Bundesrepublik im Bereich Machine Learning. Das unternehmenseigene Entwicklungszentrum in Berlin unterstützt Amazons Forschung an der künstlichen Intelligenz mit Wissenschaftsteams in den Bereichen Computer Vision, Robotik, maschinelle Übersetzung und Nachfrageprognose. „Seit über 16 Jahren sind unsere europäischen Entwicklungszentren ein wichtiger Teil unserer Mission, im Namen von Kunden auf der ganzen Welt an Innovationen zu forschen“, so Jeff Wilke, CEO Worldwide Consumer, Amazon. „Viele der Produkte und Services, die unsere Kunden lieben, kommen aus Europa.“ Zugleich versichert das Unternehmen, dass die Amazon-Roboter keine Mitarbeiter ersetzen, sondern lediglich unterstützen. Seit Einsatzbeginn der Maschinen bei Amazon seien 300.000 neue Jobs bei dem Konzern entstanden. Geplant seien auch weiterhin neue Logistikzentren und neue Arbeitsplätze.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Drohnenlieferung: Alles Gute kommt von oben

Paketbranche im Umbruch: Neue Lösungen und Konzepte sind gefragt

Amazon ist zur drittwertvollsten Marke der Welt aufgestiegen

 

Link: Immer mehr Amazon-Roboter unterstützen die Mitarbeiter bei der Logistik des Onlineriesen

Bild: Amazon

//KH