Waren im Wert von über 2,5 Milliarden Euro haben kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im letzten Jahr über Amazon exportiert. Das ist eine Steigerung von fast 20 Prozent. Luna Journal sprach mit Markus Schöberl, Director Amazon Verkäufer Services in Deutschland über die Wichtigkeit von Amazon als Handelsplattform für kleine und mittelständische Unternehmen.

Deutschland ist eine Exportnation. 2018 verkauften deutsche Unternehmen Waren im Wert von über 1,3 Billionen Euro in das Ausland. Das bedeutet ein Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Eine wichtige Handelsplattform für viele kleine und mittelständische Unternehmen ist dabei Amazon. Die KMUs, die über Amazon Stores verkauften, legten beim Auslands-Umsatz um fast 20 Prozent zu. Sie erzielten Rekordumsätze von mehr als 2,5 Milliarden Euro, indem sie über 90 Millionen Produkte an Kunden außerhalb Deutschlands vertrieben. Mehr als 80 Prozent der deutschen KMUs exportierten ihre Produkte über die Onlineplattform an Kunden in aller Welt wie beispielsweise nach Sri Lanka, Jordanien oder Trinidad und Tobago. Weltweit stammen mehr als 50 Prozent der bei dem Internetriesen verkauften Produkte von kleinen und mittleren Unternehmen. Dabei wächst der Umsatz von Drittanbietern schneller als Amazons eigenes Handelsgeschäft.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigen deutsche KMUs für ihre Amazon-Aktivitäten?

Markus Schöberl, Director Amazon Verkäufer Services in Deutschland: „Eine Steigerung der Exportzahlen um fast ein Fünftel innerhalb eines Jahres ist für deutsche KMU, die bei Amazon verkaufen, ein großer Erfolg und zeigt, wie sehr sie von den Möglichkeiten des E-Commerce profitieren. Wir wollen kleine und mittlere Unternehmen weiterhin dabei unterstützen, ihre Kunden international zu erreichen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und zum Wirtschaftswachstum in Deutschland beizutragen.“ In Deutschland sind es zehntausende, in ganz Europa über 130.000 kleine und mittlere Unternehmen, die ihre Produkte bei Amazon Stores verkaufen. Einer Studie der Wirtschaftsberatung Keystone Strategy zufolge beschäftigen sie mehr als 200.000 Menschen für ihre Amazon-Geschäfte. Auf deutsche KMUs entfallen dabei mehr als 75.000 Mitarbeiter.

Auch Unternehmen der Kinderausstattungsbranche profitieren

Ein Unternehmen davon ist die Mercatura Warenhandel GmbH aus Moers in Nordrhein-Westfalen. Der Betrieb startete als Ein-Mann-Unternehmen und verkauft seit 2014 auf Amazon. Mittlerweile werden vier Mitarbeiter beschäftigt. Zum Produktportfolio gehören neben Kindergeschirr, Spielzeugkisten und Schaukelpferden auch Matratzen und Haushaltswaren. Geschäftsführer Tobias Jaroschek: „Wir haben unsere Artikel vom ersten Tag an in ganz Europa verkauft. Anfangs machte der Export 0,1 Prozent unseres Umsatzes aus, 2018 hatten wir uns auf über 55 Prozent gesteigert. Wir verkaufen unsere Artikel mittlerweile in knapp 20 Ländern. Den weitesten Weg legte ein Paket nach Hyvinkää, Finnland zurück. Aus unserer Sicht ist der Export über Amazon die beste Möglichkeit für kleine Unternehmen weltweit viele Menschen zu erreichen.“ Amazon bietet den Händlern ein breites Portfolio an Vertriebs-, Vermarktungs- und Lieferlösungen.

Amazon bietet Programme für individuelle Händlergruppen

Hinzu kommen zahlreiche Programme, die individuelle Händlergruppen in den Fokus rücken. „Handmade“ ist für Kunsthandwerker gedacht. „Launchpad“ soll  Start-ups die Möglichkeit geben, neue Kunden für ihre kreativen und innovativen Produkte zu gewinnen. Den Trend zum regionalen Bezug greift „Storefronts“ auf. Hier finden Kunden Produkte ausschließlich von KMU aus Deutschland und erfahren in Portraits mehr über die Unternehmer. In die dritte Runde ist das Förderprogramm „Unternehmerinnen der Zukunft“ gestartet. Global Digital Women (GDW), der Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU), die Brigitte Academy und Amazon wollen damit gezielt Geschäftsführerinnen und Firmen-Inhaberinnen mit maximal 30 Mitarbeitern unterstützen. Ihr Ziel: ihr digitales Geschäft auf- oder auszubauen, die eigene Marke online zu etablieren, ihren stationären Laden durch den Online-Handel zu erweitern, Marktplätze zu erschließen und den Export ihrer Produkte über das Internet zu fördern. Ausgewählte Coaches, darunter Unternehmensgründer, E-Commerce Experten, Amazon Händler oder Blogger, stehen den Frauen dabei zur Seite.

 

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Link: Deutsche Onlinehändler, die über Amazons Handelsplattform ins Ausland verkaufen, haben im letzten Jahr ein Plus von fast 20 Prozent erzielt.

Bild: Amazon, pixabay

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