Selbst wenn langfristige Folgen kaum abschätzbar sind – in einem sind sich EU Länder einig, die Verwendung von Mikroplastik muss deutlich beschränkt werden. Durch die schlechte Abbaubarkeit der künstlichen Materialien wird Mikroplastik mehr denn je in Meeresorganismen nachgewiesen. Nun liegt ein Vorschlag zur Begrenzung vor: klare Grenzwerte zur Verwendung von Mikroplastik ab 2022.

Kunststoff – das allgegenwärtige Material

Ganze 25 Millionen Tonnen Kunststoffproduktion pro Jahr! Eine erschütterende Zahl, die sich zunächst auf den europäischen Raum bezieht und gleichzeitig eine weltweite Aussage trifft. Nicht verwunderlich, schließlich findet sich nicht nur in Flaschen oder Gehäusen das Material wieder, sondern auch in kleinsten Partikeln, die wegen ihrer abschabenenden Wirkung in Polituren oder Pflegemitteln zu finden sind. Kunststoffe gehören bis dato laut des Umweltbundesamtes „zu den wirtschaftlich und technisch wichtigsten Materialien und werden fast in allen Bereichen des täglichen Lebens verwendet.“

Langlebigkeit mit Folgen

Eine Jahrzehntelange Resistenz die folgenschwere Auswirkungen auf unsere Umwelt hat. Immer häufiger erscheinen Berichte von gefundenen Kunststoffpartikeln in Meerestieren – ganz abgesehen von der generellen Verschmutzung der Meere durch Mikrokunststoffe. Meist wird das Material zu zahlreichen Produkten addiert oder entsteht erst im weiteren Prozess durch chemische Abbaumechanismen. Neben der großen Diskussion über die nachweisliche Schädigung des Meeresraums stehen besonders auch Binnengewässer und unsere Böden im Gespräch. Diese Schäden können beispielsweise durch Reifenabriebe aber auch durch Produkte wie Kosmetika, Farben / Lacke oder Arzneimittel entstehen und über Abwässer ihren Weg in die Umwelt finden. Welche Folgen dies letztendlich auf die Nahrungsmittelproduktion und unsere Gesundheit haben wird, wird sich alsbald zeigen.

Beschränkung für Mikroplastik

Um die bisher undefinierten Langzeitschäden einzugrenzen haben nun einige EU-Staaten einen Konsens getroffen. Die Auswertung  der Gesundheits- und Umweltrisiken durch die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat eine Beschränkung absichtlich zugesetzter Mikrokunststoffe zur Folge. In diese Regelung fallen Partikel mit einem vorgeschriebenem Durchmesser. Weiterhin sind Partikel betroffen, die für den gewerblichen oder Verbraucherbereich zugesetzt werden.

Zukunftsstrategie und Langzeitfolgen

Welche langfristigen Auswirkung erhofft sich die ECHA von der Einschränkung?  Im Hinblick auf eine Eingrenzung innerhalb von 20 Jahren geht die Agentur von einer Reduktion von rund 40.0000 Tonnen Mikroplastik aus. Die Beschränkung sei laut des Umweltbundesamts nur ein Teil der „EU-Kunststoffstrategie, die unter anderem darauf abzielt, Kunststoffabfälle zu reduzieren, Kunst-Recycling und biologisch abbaubare Kunststoffe zu fördern und die Freisetzung von Kunststoffen in die Umwelt zu reduzieren.“

 

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Link: echa.europa.eu

Bilder: Unsplash

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