Auch 2019 kann sich der Handel der aktuellen Digitalisierungs-Thematik nicht entziehen. Den notwendigen Maßnahmen stehen vor allem Zeitprobleme gegenüber. Die Spielwarenbranche bleibt positiv gestimmt.

Der deutsche Einzelhandel hinkt bei der Digitalisierung immer noch hinterher. Doch der Handlungsdruck wächst. Zu den bekannten Problemen kommt, dass auch bisher ausschließlich online aktive Händler planen, vermehrt offline zu verkaufen. Gerade junge Kunden bevorzugen Omni-Channel-Modelle und nutzen ganz selbstverständlich alle ihnen zur Verfügung stehenden Einkaufskanäle.

Verzögerte Digitalisierung als Zeitproblem

Laut einer Studie der IHK zum „Deutschen Einzelhandel 2017“ verkaufen 85 Prozent der befragten Händler vornehmlich stationär. Jedoch haben nur 12 Prozent von ihnen ein explizites Budget für Digitalisierungsmaßnahmen.

Obwohl das Thema Digitalisierung schon länger kommuniziert wird, sind die wenigsten diesem Strukturwandel gewachsen. Wichtigster Treiber sind dabei die Kunden, welche ein umkompliziertes Einkaufserlebnis auf allen Kanälen fordern. Insbesondere fehlende zeitliche Ressourcen werden laut ibi research als Hemmnis zur Umsetzung digitaler Maßnahmen im Unternehmen genannt (52 Prozent). Dazu könnte auch der zunehmende Mangel an qualifiziertem Personal beitragen. Die Fachkräfte vor Ort sind bisher ein wesentlicher Faktor, mit dem sich der stationäre Einzelhandel vom Online-Geschäft abhebt. Personalmangel und die damit einhergehende fehlende Zeit führten dazu, dass viele Händler zu spät in das Online-Geschäft eingestiegen sind. Dies ist jedoch notwendig, da die Umsätze aktuell vor allem im Online-Bereich steigen.

Nicht alle Händler sind mit Umsätzen zufrieden

Schon im Weihnachtsgeschäft 2018 machte sich, das bei den Händlern bemerkbar. In einer aktuellen Pressemitteilung des HDE heißt es von HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth: „Das Geschäft verlief spürbar besser, als in den beiden Vorwochen. Besonders in den Hauptgeschäftslagen der Metropolen ging es deutlich lebhafter zu. Jeder dritte Händler zeigte sich dort mit den Umsätzen zufrieden. Händler in kleineren Städten hatten dagegen häufig mit schwachen Besucherfrequenzen zu kämpfen.“ Genth fügt hinzu: „Kurz vor dem Fest waren Spielzeug, Haushaltswaren und Lebensmittel besonders gefragt.“

Spielwarenbranche passt sich veränderten Anforderungen an

Auch die Spielwarenbranche ist von den rasanten Änderungen betroffen. Die neue Zielgruppe ist mit dem Internet und all seinen Trends aufgewachsen, dies beeinflusst natürlich auch die Branche. Stationäre Händler müssen mit Angeboten punkten, die das Internet nicht bieten kann – der Spielzeugladen als Laden mit Erlebnissen zum Ausprobieren und Anfassen. Je komplizierter die Spielwaren, desto wichtiger sind professionelle Verkäufer mit dem richtigen Know-How. Dies gilt zum Beispiel beim Kauf von Eisenbahnen.

Aber auch das Verfügbarmachen von nicht präsenten Artikeln ist den Kunden wichtig. Hier gilt es erneut die optimale Mischung verschiedener Verkaufskanäle zu finden. Bei den Produkten ist zu beachten, dass sich klassische und digitale Spielwaren nicht mehr immer genau trennen lassen. Die Fülle an Möglichkeiten führt zu dem Trend, dass Händler sich spezialisieren und sich zum Beispiel nur auf Holzspielzeug konzentrieren.

Spielwarenindustrie blickt Zukunft optimistisch entgegen

„Die Lage der deutschen Spielwarenindustrie ist konstant gut und stabil auf einem hohem Niveau. Die meisten Unternehmen sind sehr gut aufgestellt und damit auch für die Herausforderungen der Zukunft bestens gewappnet“, hält DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil anlässlich der Branchen-Pressekonferenz am 4. Dezember in Nürnberg fest. „Spielen liegt im Trend, ob analog oder digital. Und es gibt keine Altersgrenzen. Spielen erfreut Kita-Kinder genauso wie Schüler, Jugendliche, Erwachsene, Großeltern und Rentner. In Deutschland wird immer mehr und öfter und vor allem auch in allen Generationen und unabhängig vom sozialen Status gespielt“, erklärt Brobeil.

 

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Link:

Die komplette Studie „Der Deutsche Einzelhandel 2017“

Aktuelle Pressemitteilungen des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie e.V.

Bild: iStock

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