Illegale Spielwaren machen den Löwenanteil bei dem europäischen Warn-Meldesystem EU Safety Gate aus. Der DVSI (Deutscher Verband der Spielwarenindustrie e.V.) fordert bessere Kontrollen.

Das Safety Gate ist das europäische Meldesystem für Verbraucher. Hier erfahren die Konsumenten schnell und umfassend, welche gefährlichen Non-Food-Produkte die Kontrolleure entdeckt haben. Erschreckend dabei: Spielwaren stellen die größte Gruppe der gefährlichen Güter. Über 2200 Produkt-Meldungen gab es 2018. Traurige 31 Prozent davon betrafen Spielwaren. Weit abgeschlagen mit 19 Prozent folgten Fahrzeuge und mit 10 Prozent Bekleidung. Hauptrisiken waren unerlaubte chemische Bestandteile, das Verletzungs-Risiko und die Erstickungsgefahr. So wurde beispielsweise giftige Inhaltsstoffe in Spiel-Schleim entdeckt. Einige Puppen wiesen verschluckbare Kleinteile auf, andere Spielwaren machten zu lauten Lärm. Der DVSI als Deutscher Verband der Spielwarenindustrie nahm Stellung zu diesem Report. Der Verband zeigte sich besorgt, dass rund zwei von fünf gelisteten Spielzeugprodukten keinerlei Rückschlüsse auf ihre Hersteller zuließen. Dabei sei das eine grundlegende EU-Verpflichtung, damit Behörden bei Fragen oder Rückrufen die Hersteller problemlos kontaktieren können. Für den DVSI ist klar, „bei vielen handelt es sich um nicht rückverfolgbare Scheinfirmen.“

DVSI fordert bessere Ausstattung der Behörden

Der DVSI betont in seiner Stellungnahme, dass die Zahl der gefährlichen Produkte im Verhältnis zur Gesamtzahl der verkauften Spielwaren gering sei. Die große Mehrzahl aller Spielwaren stamme von Unternehmen, denen die Sicherheit der kleinen Kunden wichtig sei. Diese Hersteller sorgten auch dafür, dass Produkte leicht identifizierbar sind und bei eventuellen Problemen entsprechende Verfahren zu deren Behebung vorgesehen seien. Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des DVSI: „Alle DVSI-Mitglieder sind angesehene Unternehmen, die der Sicherheit ihrer Spielwaren Priorität einräumen, damit Kinder gefahrlos spielen können. Die Behörden müssen die Produkte unseriöser Händler vom Markt fernhalten. Der Fokus liegt also darauf, diejenigen kriminellen Anbieter zu fassen, die aus Profitgier die Regeln missachten und dabei die Sicherheit von Kindern aufs Spiel setzen. Sie müssen mit härteren Strafen konfrontiert werden.“ Laut DVSI sollten die zuständigen Behörden besser ausgestattet werden. Als Maßnahmen schlägt der Verband die besondere Beobachtung verdächtiger Händler und die Sicherstellung, dass Wiederholungstäter abgeschreckt werden, vor.

Onlinehandel ist für DVSI besondere Herausforderung

Eine besondere Herausforderung im Kampf gegen gefährliches Spielzeug ist dem DVSI zufolge der wachsende Onlinehandel. Der Verband fordert eine größere Verantwortung der Verkaufsplattformen. Für das EU-Meldesystem Safety Gate wünscht er sich ein Pflichtfeld , anhand dessen ermittelt werden kann, wo ein bestimmtes Spielzeug gekauft wurde und wie es seinen Weg auf den Markt gefunden hat. Ausdrücklich lobt der Verband die Arbeit der EU und ihrer Behörden. Sie schützten zum einen Verbraucher vor Schaden. Auf der anderen Seite bewahrten sie auch faire Unternehmen vor unfairem Wettbewerb durch Händler, die aus Profitgier Regeln missachteten.

 

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Link: Der DVSI äußert sich in einer Stellungnahme zu dem jüngsten EU Safety Gate Report.

Bild: pixabay

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