Nach H&M, das sich nun auf die kostenlose Lieferung an seine „Plus“-Mitglieder beschränkt, und Asos, das verstärkt „serial returns“ vermeiden will, stellt nun Zalando die kostenlose Lieferung ins Ausland ein.

Der Berliner Onlinehändler will sein Kundenbindungsprogramm Zalando Plus neben Deutschland und der Schweiz in den kommenden 12 Monaten noch in weiteren Ländern anbieten. Darüber hinaus plant Zalando die Einführung von Versandgebühren. Das Unternehmen kündigt an, die Gratislieferungen in den skandinavischen Ländern in absehbarer Zeit zu streichen.

Italien, Spanien und Großbritannien zahlen bereits Versandkosten

In Italien gelte diese Veränderung bereits seit Ende 2018. Bei einem Warenkorbwert unter 24,90 Euro müssen Zalando-Kunden in Italien für eine Lieferung nach Hause 3,50 Euro zahlen. Genauso viel wie Kunden in Großbritannien (3 Pfund). Kunden in Irland werden 3 Euro berechnet und Kunden in Spanien zahlen 2,90 Euro. Einige Länder, wie Deutschland, Belgien und Frankreich, profitieren nach wie vor von der kostenlosen Lieferung, nach Hause oder an Abholstationen. Wobei weiterhin die Möglichkeit einer Express-Lieferung innerhalb von zwei Tagen für 9,95 Euro besteht.

Lieferung ist seit langem ein Kostenproblem im Online-Verkauf

Diese Entscheidung des deutschen Online-Moderiesens zeigt ein grundlegendes Phänomen, das den europäischen E-Commerce zu beeinflussen scheint. Die Lieferung ist seit langem eine der problematischen Kostenpositionen im Online-Verkauf. Auch wenn die Liefergeschwindigkeit, das Fehlen von Versandkosten oder die kostenlose Rückgabe von Waren ein starkes Argument für die Vervielfachung der Online-Portale Mitte der 2000er Jahre waren, scheint nun die Zeit der logistischen Rationalisierung seitens der heute etablierten Marktführer gekommen zu sein. Angesichts des rückläufigen Bekleidungsgeschäfts in Europa überdenken immer mehr Einzelhändler als auch Online-Händler ihre logistischen Verkaufsargumente.

H&M und Asos liefert nicht mehr umsonst

Erst vor einigen Tagen hat sich die H&M-Gruppe dafür entschieden, nicht mehr umsonst zu liefern und die symbolische Grenze bei 25 Euro festzulegen. Ein Anreiz, mehr auszugeben, was sich auch in der Aufrechterhaltung kostenloser Lieferungen nur für „Plus“-Mitglieder widerspiegelt, was dem Amazon Bonusprogramm entspricht.
Asos seinerseits hat sich im Kampf gegen „serial returners“ engagiert, da diese Kunden eine große Anzahl von Produkten in einer großen Anzahl von Größen bestellen.Im Falle von zu vielen Retouren, oder wenn vermutet wird, dass die zurückgegebenen Produkte getragen wurden, behält sich Asos das Recht vor, Benutzer zu blockieren.

DACH-Regionen weiterhin kostenlos

Immerhin, in der DACH-Region sollen die Bestellungen bei Zalando weiterhin kostenlos bleiben. Eine weitere Neuerung des E-Commerce-Unternehmens ist die Einführung von seinem Loyalty-Programm Zalando Plus, das innerhalb von einem Jahr auch Kunden in Frankreich und Italien zur Verfügung steht. Damit können Mitglieder ihre Retouren innerhalb eines Zwei-Stunden-Fensters von einem freiwählbaren Ort abholen lassen und erhalten exklusiven Zugriff auf Sales und spezielle Kampagnen. In Deutschland kostet der Service 15 Euro pro Jahr. Die Kosten für Frankreich und Italien stehen bisher noch nicht fest.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Umsatzsteigerung: Zalando verzeichnet positive Zahlen

Zalando ändert Strategie: weniger Eigenmarken, mehr Partnerlabel

 

Link:  Zalando

Bild: istock

//AB