Vorerst soll es nur die deutsche Zentrale im nordrhein-westfälischen Ratingen mit circa 1160 Mitarbeitern betreffen. Diese muss bis Ende Juni, ebenso wie das weltweite Netz des Unternehmens, 35 bis 40 Prozent der Verwaltungsstellen abbauen. Jedoch wird es auch Ladenschließungen im Rahmen einer Rentabilitätsprüfung geben.

Ende vergangenen Jahres waren in den 137 Läden in Deutschland etwa 1540 Mitarbeiter beschäftigt. Schon im November 2018 hatte Esprit-Chef Anders Kristiansen einen signifikanten Personalabbau angekündigt um der schlechten wirtschaftlichen Situation entgegenzuwirken.
Der in Hongkong börsennotierte Modekonzern hatte bereits in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2018/19, welches am 30. Juni endet, mit einem Nettoverlust von 1,773 Milliarden Hongkong Dollar rote Zahlen geschrieben. Im zurückliegenden Geschäftsjahr hatte Esprit einen Nettoverlust von rund 2,5 Milliarden Hongkong Dollar erwirtschaftet.

Kristiansen kündigte eine zunehmende Konzentration auf den asiatischen Markt im Rahmen eines Sanierungsprogramms an. Bislang erwirtschaftet das Unternehmen mehr als 50 Prozent seiner Umsätze in Deutschland. Knapp 90 Prozent der Erlöse werden in Europa erzielt.

In einer aktuellen Pressemitteilung zu den Ergebnissen für das erste Geschäftshalbjahr 2018/19 teilt Esprit mit, dass der strategische Plan zur Wiederherstellung des nachhaltigen Wachstums und der Rentabilität planmäßig verläuft.

Esprit will verlustbringende Stores schließen

Kristiansen versicherte in einer Pressekonferenz: „Wir haben einen sehr guten Plan und nehmen die mutigen Veränderungen vor, die erforderlich sind, um Esprit wieder zu nachhaltigem Wachstum und Rentabilität zu verhelfen. Die Teams arbeiten intensiv an allen Initiativen, aber es wird Zeit benötigen, bis die Neupositionierung der Marke und Produktveränderungen sichtbar werden und wieder Kunden zurückgewinnen.

Weiter: „Mit Blick auf die Zukunft erwarten wir, dass die nächsten zwei Geschäftsjahre eine Phase des Übergangs sein werden. Wir reduzieren die Komplexität und bringen die Organisation auf eine angemessene Größe. Gleichzeitig arbeiten wir daran, unsere verlustbringenden Stores abzuwickeln. Parallel dazu entwickeln wir ein neues Modell für die Zukunft. Wir erwarten, dass der Umsatz aufgrund der Schließung verlustbringender Stores in den nächsten zwei Jahren weiterhin rückläufig sein wird, bevor Produkt- und Markeninitiativen das Wachstum ankurbeln.“

 

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Link: Esprit setzt Sanierungsplan mit Stellenstreichungen um

Bild: Getty

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