Im Internet ein Schnäppchen machen? Das kann auch ganz schön nach hinten losgehen. Laut Verbraucherschutzzentrale sind in Deutschland bereits vier Millionen Verbaucher Fake-Shops im Internet zum Opfer gefallen. Eine erschreckend hohe Zahl, gegen die die Bundesländer jetzt vorgehen.

Man bestellt etwas im Internet und freut sich auf den Artikel – doch nichts passiert. Eine sehr beliebte Masche ist die Kopie real existierender Webseiten. Sie wirken auf den ersten Blick seriös und lassen daher beim Käufer selten Zweifel an der Echtheit aufkommen. Mit  kopierten Produktbildern und Informationen aus dem Internet gewinnen Fake-Shops das Vertrauen und verleiten den Konsumenten dadurch zum Kauf. Doch die Ware hat nie existiert und plötzlich ist das Geld einfach weg. Wer noch mehr Pech hat, dem räumen die Betrüger gleich das ganze Bankkonto leer und verschwinden dann.

Was kann gegen den Betrug tun?

Manchmal hat man Glück und kann sich wenige Stunden nach der Zahlung noch an seine Bank wenden und die Zahlungen rückgängig machen. Bei einigen Zahlungsarten wie dem Lastschriftverfahren ist das teilweise noch bis zu acht Wochen möglich. Wichtig ist auch, das man sämtliche Belege der Bestellung aufhebt und sichert.  Dazu gehören Kaufvertrag, Bestellbestätigung, E-Mails und ein Screenshot des Angebots. Rechtlich handelt es sich bei einer solchen Vorgehensweise um Betrug und man kann Strafanzeige stellen. Gefasst werden die Täter jedoch selten, da sie fast immer im Ausland agieren.

Behörden müssen schneller handeln

Damit genau das nicht mehr passiert haben sich die deutschen Bundesländer nun dazu entschlossen dagegen vorzugehen.  Der Verbraucherminister spricht sich gleich für mehrere Maßnahmen aus, um das mittlerweile weit verbreitete Problem mit Fake-Shops in Deutschland einzudämmen. Das große Problem ist dabei das schnelle reagieren der Betrüger. Oftmals ist ein Fake-Shop nur wenige Tage online und das verknüpfte Bankkonto unter falschem Namen angemeldet. Ehe die Behörden erstmals davon erfahren, ist das Geld in vielen Fällen schon längst auf diverse Konten ins Ausland geflossen und der Fake-Shop wieder inaktiv gemacht.

Identitätsprüfung

Zu den neuen Maßnahmen sollen unter anderem eine Identitätsprüfung bei der Anmeldung einer de-Domain gehören. Betrüger benutzen gerne eine deutsche Domain, um Vertrauen bei den Verbauchern zu erzeugen. Zusätzlich nutzen die Shops gerne auch  Gütesiegel wie „Trusted Shop“, um vorzugaukeln, dass es sich um seriöse Angebote handelt. Mit der verpflichtenden Identitätsprüfung sollen es die Betrüger immerhin schwerer haben, laufend neue Webseiten zu erstellen.

Öffentliche Liste

Damit die Verbraucher schneller erkennen, welche Shops gefälscht sind, wollen die Minister zudem eine öffentliche Liste im Internet publizieren und diese laufend aktualisieren. Ein ähnliches Projekt gibt es bereits in Österreich. Unklar ist allerdings, ob diese Liste tatsächlich mit der rasanten Entwicklung bei Fake-Shops mithalten kann und welche Kriterien gelten.

 

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Link: verbraucherzentrale.de

Bild: istock

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