Deutschland geht mit dem neu vorgestellten Fünf-Punkte-Plan der Bundesministerin einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Kunststoffreduzierung und Recycling. Der Handelsverband Deutschland unterstützt die Pläne der Bundesregierung und betont die Bereitschaft aktiv an der Reduzierung von Plastik und unnötigen Verpackungen mitzuwirken.

Anlässlich des von Bundesumweltministerin Sabine Schulze vorgestellten Fünf-Punkte-Plans äußerte sich der Handelsverband Deutschland (HDE) zum neuen Verpackungsgesetz. Der HDE bestätigt die Notwendigkeit der konsequenten Plastikreduzierung und dem Ausbau des Recycling. Wichtig sei dabei vor allem der Dialog zwischen allen Akteuren der Wertschöpfungskette, da „der Handel (…) bei vielen Produkten und Verpackungen von Herstellern und Lieferanten abhängig“ ist. Dies betonte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in einer aktuellen Pressemitteilung.

Freiwillige Selbstverpflichtung Basis für zukünftige Zusammenarbeit

Bereits in der Vergangenheit war der Handel bei der Reduzierung von Plastikverpackungen aktiv, zum Beispiel mit der freiwilligen Vermeidung von Plastiktüten. Dadurch konnte der Verbrauch seit 2016 mehr als halbiert werden. „Verpackungen einzusparen gelingt durch kluge Ideen und Zusammenarbeit, nicht jedoch durch Verbote“, erklärt Genth. In der freiwilligen Selbstverpflichtung und der gegenseitigen Unterstützung sieht er auch weiterhin die Zukunft.

Das Anfang 2019 eintretende Verpackungsgesetz stellt einen weiteren wichtigen Schritt in diese Richtung dar. Dieses soll nach dem schon bewährten Prinzip der Selbstverpflichtung auch unnötige Verpackungen, wie beispielsweise bei Obst und Gemüse, aus den Supermärkten verbannen. Vor allem Vorgaben bezüglich der Produktsicherheit und der Hygienevorgaben spielen hier eine zentrale Rolle.

Deutlich höhere Recyclingquoten und Markierungsregelung

Das Verpackungsgesetz regelt außerdem die Recyclingquoten. In diesem Zusammenhang werden ökologisch vorteilhafte und recyclingfähige Verpackungen finanziell bevorzugt. „Der Handel verwendet bereits heute in vielen Verpackungen recycelten Kunststoff, dies wird sich in Zukunft noch deutlich steigern. Damit werden Neumaterialien eingespart und Ressourcen geschont“, so Genth. Die von Industrie und Handel finanzierten dualen Systeme müssen ab 2019 wesentlich höhere Recyclingquoten erfüllen. Bis zum Jahr 2022 ist bei Kunststoffverpackungen ein Anstieg von 36% auf 63% vorgesehen, bei Eisenmetallen und Weißblech von 60% auf 90%, Aluminium von 60% auf 90%, Papier, Pappe und Karton von 70% auf 90% und Glas von 75% auf 90%.

Insbesondere im Dialog zwischen der EU und dem Handel sieht Genth die Grundlage für ein ressourcenschonendes Wirtschaften. Er betont auch die Wichtigkeit Asien und Afrika bei der Errichtung einer Kreislaufwirtschaft zu unterstützen, denn vor allem von hier kommt ein Großteil des Mülls in den Weltmeeren.

Auch private Haushalte gefragt

Aber auch private Haushalte sind durch das neue Gesetz gefragt. Eines der Hauptziele ist es, mehr Abfälle aus privaten Haushalten zu recyceln. Kommunen können zusammen mit den dualen Systemen über die Einführung von Wertstofftonnen entscheiden. Bisher haben etwa 14 Millionen Einwohner in Deutschland solch eine Tonne. Durch die Verpflichtung des Einzelhandels Ein- und Mehrwegflaschen gut sichtbar an Supermarktregalen zu markieren, soll Verbrauchern eine bewusste Entscheidung ermöglicht werden.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Inventurdifferenzen – Schaden in Millionenhöhe

Neues Verpackungsgesetz löst Verpackungsverordnung ab

 

Link: Handelsverband Deutschland

Bild: iStock

//CF