Der Handelsverband Deutschland erwartet für das diesjährige Weihnachtsgeschäft ein Umsatzplus von zwei Prozent auf erstmals 100 Milliarden Euro.

Die Einzelhändler sind mit dem Start in das diesjährige Weihnachtsgeschäft nur mäßig zufrieden. Einer aktuellen Branchenumfrage des Handelsverband Deutschland (HDE) unter 350 Einzelhandelsunternehmen aller Branchen und Größen zufolge leide vor allem der Innenstadthandel unter schwachen Kundenfrequenzen. „Insgesamt deuten die Meldungen der Unternehmen darauf hin, dass das Weihnachtsgeschäft bisher leicht schwächer verläuft als im Vorjahr“, resümiert Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des HDE, das zweite Adventswochenende.

Einzelhändler in den Stadtteilzentren, Vororten und Gewerbegebieten hingegen zeigten sich mit ihren Geschäften zufrieden. Auch Unternehmen, die ihre Waren online und offline anbieten, sowie größere Betriebe mit über zwei Millionen Euro Jahresumsatz berichten von guten Verkäufen. „Das Weihnachtsgeschäft hat bei babymarkt.de sowohl online als auch stationär direkt mit einem Knall begonnen: Bis jetzt war der Black Friday in diesem Jahr unser absoluter Höhepunkt, an dem wir unseren bisherigen Tagesumsatzrekord glatt verdoppelt haben. Die weitere Vorweihnachtszeit ist das Sahnehäubchen auf unserem sehr erfolgreichen Jahr 2018“, erläutert Bastian Siebers, babymarkt.de-Geschäftsführer. Und auch Toys“R“Us zeigt sich sehr zufrieden: „Das Weihnachtsgeschäft läuft den Erwartungen entsprechend sehr gut und übertrifft diese an der ein oder anderen Stelle sogar in äußerst positiver Art und Weise. Dies gilt sowohl für unseren Online Shop als auch für unser stationäres Filialgeschäft“, sagt Pressesprecherin Marie-Charlotte von Heyking.

Insgesamt erwartet der HDE für das diesjährige Weihnachtsgeschäft ein Umsatz-Plus von zwei Prozent. Das Wachstum im stationären Handel wird dabei bei knapp einem Prozent, im Online-Handel bei knapp zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr liegen. Nicht zuletzt deshalb, weil die deutschen Verbraucher in diesem Jahr für ihre Weihnachtseinkäufe tiefer in die Tasche greifen.

Durchschnittlich 427 Euro geben Deutsche 2018 für Weihnachtsgeschenke aus

Mit durchschnittlich 427 Euro geben die Deutschen demnach gut 1,4 Prozent mehr für Weihnachtsgeschenke aus als noch im Vorjahr. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Verbraucherumfrage unter 56.000 deutschen Käufern, die das ifes Institut der FOM Hochschule für Ökonomie und Management mit Unterstützung des HDE durchgeführt hat. Für rund 57 Prozent bleiben demnach die geplanten Ausgaben für Geschenke im Vergleich zum Vorjahr konstant, 25 Prozent aller Befragten schätzen ihre Ausgaben für dieses Jahr etwas bis deutlich höher ein. Vor allem die Generation der Babyboomer im Alter von 53 bis 63 Jahren gibt mit durchschnittlich 588 Euro am meisten für Weihnachtsgeschenke aus. Besonders häufig gaben die Befragten an, ihre Partner beschenken zu wollen (71,6 Prozent), gefolgt von Verwandten (63,3 Prozent), Eltern (61,3 Prozent) sowie Kindern (59,2 Prozent).

Gutschein nach wie vor beliebtestes Weihnachtsgeschenk

Geschenkgutscheine werden immer beliebter, sie landen in diesem Jahr bei jedem Zweiten unter dem Baum. Kein Wunder, denn wer sich mit seiner Geschenkewahl nicht vollkommen sicher ist, greift gern auf diese Alternative zurück. „Nicht zuletzt aus diesem Grund sind sie auch in diesem Jahr wieder sehr beliebt bei unseren Kunden“, erzählt die Toys“R“Us-Pressesprecherin.  Aber auch Kosmetik und Körperpflegeartikel (44 Prozent), Bücher und Schreibwaren sowie Konzert- beziehungsweise Theatertickets (jeweils 42 Prozent) stehen bei deutschen Schenkenden weiterhin hoch im Kurs. 38 Prozent aller Befragten verschenken außerdem auch Spielwaren. Bei der Auswahl der Geschenke verlassen sich die Verbraucher vor allem auf persönliche Empfehlungen von Freunden oder Bekannten sowie auf Suchmaschinen im Internet. Gar keine Relevanz haben hingegen postalische Direct Mailings von Versandhändlern, Radiowerbung und Facebook-Seiten der Händler beziehungsweise Hersteller.

Einkaufszentren noch vor Internethandel

Wer meint, der stationäre Handel habe ausgedient, der täuscht sich. Immerhin 64 Prozent der deutschen Verbraucher kaufen ihre Weihnachtsgeschenke am liebsten in breit aufgestellten Einkaufszentren in der Stadt, dicht gefolgt von Onlinebestellungen (60 Prozent). Aber auch Fachgeschäfte und Warenhäusern stehen bei den Befragten weiterhin hoch im Kurs. Für neun von zehn Konsumenten spielt der Einkauf von Geschenken bei Teleshoppingsendern gar keine Rolle, drei Viertel aller Befragten finden Katalogbestellungen über einen Versandhandel unwichtig. Auch einen Besuch von Fabrikverkäufen beziehungsweise Outletcentern stufen 70 Prozent der Verbraucher für das Besorgen von Weihnachtsgeschenken als unwichtig ein.

 

Dies könnte Sie auch interessieren:

Weihnachtsgeschenke 2018 – Das sind die vielversprechendsten Produkte

Konsumklima – GfK prognostiziert Verluste zum Jahresende

 

Link: Weihnachtsumfrage der FOM Hochschule

Bild: iStock

//JF