Die Digitalisierung macht es möglich. Der schwedische Moderiese H&M informiert jetzt bei seinen Produkten online über Herstellungsdetails.

Ob Süddeutsche, Spiegel oder ARD: Oft ist der Textilkonzern H&M für die Herstellungsbedingungen seiner Waren kritisiert worden. Nun weitet das Unternehmen seine Transparenzoffensive aus. Was bislang nur für die Kleidungsstücke der Conscious Exklusive-Linie galt, wird auf alle Produkte ausgedehnt. Im Onlineshop erfahren die Kunden genaue Details der Waren, für die sie sich interessieren. Für jedes Kleidungsstück teilt H&M Informationen wie das Produktionsland, den Namen des jeweiligen Zulieferbetriebs, Name und Adresse der Fabrik sowie die Anzahl der zugehörigen Arbeiter mit. Darüber hinaus können Kundinnen und Kunden mehr über die Materialien nachlesen, die für das jeweilige Produkt verwendet wurden. Mit diesen Informationen will der Konzern die Kunden dabei unterstützen, bei ihrem Einkauf gut informierte und bewusste Entscheidungen zu treffen. Die neue Transparenz-Ebene ist ab sofort in 47 Onlinemärkten von H&M verfügbar. Im stationären Store können Verbraucher die Informationen abrufen, wenn sie mit der H&M App das Preisschild eines Produktes scannen.

H&M will ab 2030 ausschließlich nachhaltige Materialien verwenden

Isak Roth, Nachhaltigkeitsmanager von H&M: „Wir sind so stolz, der erste globale Modehändler unserer Größe zu sein, der diesen Umfang an Produkttransparenz bietet. Wir möchten der Welt zeigen, dass dies möglich ist. Indem wir offen und transparent sind, wenn es darum geht, wo unsere Produkte gefertigt werden, hoffen wir, einen Maßstab für unsere gesamte Industrie zu setzen und Kundinnen und Kunden dazu zu ermutigen, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen. Mit Transparenz kommt Verantwortung – indem wir Transparenz solch einen wichtigen Stellenwert geben, tragen wir dazu bei, eine nachhaltigere Modeindustrie zu erschaffen.“  Dieser Informationsservice soll kontinuierlich weiter ausgebaut werden. Der Konzern betont, dass Nachhaltigkeit eine große Rolle in den Unternehmenswerten spielt. Zurzeit sind 57 Prozent der von der H&M Group verwendeten Materialien recycelt oder anderweitig nachhaltig gewonnen. Das ist ein Anstieg von 35 Prozent innerhalb eines Jahres. Ab 2030 sollen ausschließlich recycelte Materialien oder Materialien aus anderen nachhaltigen Quellen verwendet werden.

Konventioneller Kaschmir wird bald gar nicht mehr verwendet

Wie das funktionieren soll, zeigt H&M an den Beispielen zweier Stoffarten. Bereits jetzt sind 95 Prozent der von der H&M Group verwendeten Baumwolle entweder recycelt oder anderweitig nachhaltig gewonnen. Ende nächsten Jahres will das Unternehmen keine Produkte aus konventioneller Baumwolle mehr einkaufen. Zudem ist der Konzern dabei, schrittweise die Nutzung von konventionellem Kaschmir auslaufen zu lassen. Als Grund gibt das Unternehmen an: „Wenngleich Kaschmir für seine weiche Haptik und als qualitativ hochwertiges Material bekannt und beliebt ist, ist es gleichzeitig mit Herausforderungen für die Umwelt und das Tierwohl verbunden.“

 

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Link: Der schwedische Moderiese H&M stellt Details zur Herstellung seiner Kleidung produktgenau zur Verfügung.

Bild: H&M

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