An ein kooperatives Partyspiel aus dem Hause Repos geht die begehrte Auszeichnung „Spiel des Jahres 2019“. Just One überzeugte die Jury. Der Autor von Just one, Bruno Sautter nahm stolz die Auszeichnung entgegen.

Seit 40 Jahren wird der Preis „Spiel des Jahres“ verliehen. Was als Bestenliste mit nur zehn Spielen begann, hat sich längst zu einem bekannten und werbewirksamen Qualitätsmerkmal entwickelt. Die zehn Jury-Mitglieder haben in den letzten zwölf Monaten zahlreiche Spiele getestet. Ihre Wahl fiel auf „Just One“. Bei dem Wortratespiel muss ein Spieler so schnell wie möglich auf den gesuchten Begriff kommen. Die Hinweise dafür erhält er allerdings nicht vom Spiel, sondern von den Mitspielern. Jeder notiert seinen Tipp. Doppelte Ratschläge müssen aber vor dem Preisgeben entfernt werden. Hilfreicher ist es daher, Hinweise zu notieren, von denen die Mitspieler denken, dass die anderen sie nicht aufschreiben werden. So kommen bisweilen amüsante Beschreibungen eines Begriffes zusammen. Für die Jury war damit klar: „Just one ist insbesondere durch seine Einfachheit genial.“ Das Spiel aus dem Hause Repos Production setzte sich gegen die beiden anderen Finalisten „L.A.M.A.“ und „Werwörter“ durch.

Jury lobt die niedrige Einstiegshürde von Just One

Entworfen wurde „Just One“ von den beiden  französischen Spieleautoren Ludovic Roudy und Bruno Sautter. Es ist ihr insgesamt viertes Spiel. Die weitere Begründung der Jury für das leicht verständliche und flotte Partyspiel liest sich wie ein Ritterschlag: „Es sticht dadurch hervor, dass es einen ungemeinen Sog entwickelt: Wer es in der Öffentlichkeit spielt, wird schnell Schaulustige anziehen, die am liebsten gleich mitspielen wollen. Und das machen diese dann oft auch, denn die Einstiegshürde ist so niedrig, dass jeder sie problemlos überwinden kann. Ein Geistesblitz kommunikativer Spielfreude, der in jeder Runde einschlägt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.“ „Just One“ ist für drei bis sieben Spieler ab acht Jahren geeignet. Die Spieldauer beträgt partytaugliche rund 20 Minuten. Verlegt wird „Just One“ über Repos Production. Der Verlag mit Sitz in Brüssel wurde 2004 gegründet. Zum Portfolio gehören auch „Concept“ (Nominiert zum Spiel des Jahres 2014) und „7 Wonders“ (Kennerspiel des Jahres 2011).

Kulturstaatsministerin Grütters lobt Bedeutung analoger Spiele

„Just One“-Autor Bruno Sautter nahm die Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde in Berlin entgegen. Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters hob dabei in ihrer Rede die Bedeutung des Spielens für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor. Gerade analoge Gesellschaftsspiele würden trotz des vielfältigen digitalen Angebots einen regelrechten Boom erleben. „Die Lust am Austausch, die Freude an der Geselligkeit und der sozial integrativen Kraft der Brett- und Kartenspiele ist ungebrochen“, stellte Grütters fest. „Im Spiel entstehen Kommunikation, gesellschaftliches Miteinander und Gemeinsinn im besten Sinne“,  sagte Grütters weiter. Die Welt der Spiele sei ein Abbild ihrer Zeit und damit auch ein Dokument unserer Kultur. „Analoge Spiele wirken integrativ, stärken den Teamgeist und verbinden Generationen miteinander. In Zeiten zunehmender Digitalisierung ist die wachsende Nachfrage nach Brett-und Kartenspielen in Deutschland ein sehr erfreuliches Signal.“

Welche weiteren Spiele waren neben Just One noch in der engeren Auswahl?

Den Titel „Nominiert zum Spiel des Jahres 2019“ dürfen die beiden weiteren Finalisten „L.A.M.A.“ und „Werwörter“ tragen. „L.A.M.A“ stammt aus dem Hause Amigo und ist ein schnelles Kartenspiel. Die Abkürzung steht für „Lege alle Minuspunkte ab“. Das Lob der Jury: „Die Aufgabe, die hier auf den ersten Blick trivial erscheint, entfaltet dank der minimalen taktischen Note schnell eine Sogwirkung, der sich kaum jemand entziehen kann.“ Bei „Werwörter“ von Ravensburger geht es darum, ein Geheimwort zu erraten, mit dem die Dorfbewohner Werwölfe in die Flucht jagen können. Die Jury war von dem Spielprinzip angetan: „Dass hier manche Spieler zur Vertuschung ihrer Identität scheinbar ahnungslos nach der Lösung fragen müssen, die sie längst kennen, klingt auf den ersten Blick absurd, erweist sich aber als fabelhafter Kniff. Phänomenal, wie viel Spielspaß in fünf Minuten möglich sein kann.“

 

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Link: Die Jury von „Spiel des Jahres“ hat den Gewinner der begehrten Auszeichnung bekannt gegeben.

Bilder: Spiel des Jahres

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