Zum Jahresbeginn betrat das Start-up Panther den Markt um Ausstattung für Kinder. Geschäftsführer Joachim Plesch verrät Details aus dem Geschäft und der Anfangszeit.

Seit wann ist Panther am Markt und welche Produkte vertreiben Sie?

Wir sind mit unserer Kinder- und Jugendmarke Panther seit Januar dieses Jahres auf dem Markt. Unsere Produkte sind im weitesten Sinne Headwear, sie drehen sich rund um den Kopf des Kindes. Zum einen bieten wir Kinder-Skihelme an, die optisch durch ihre abnehmbaren Ohren besonders ansprechend sind. Zum anderen beinhaltet unser Sortiment ökotex100 zertifizierte Mützen und Schlauchschals. Bei beiden Produktkategorien arbeiten wir mit Lizenzen, zum Beispiel von der Sendung mit der Maus, Janosch oder dem kleinen Rabe Socke. Im November ist noch der Grüffelo hinzugekommen.

Was ist die Philosophie Ihres Unternehmens? Auf Ihrer Homepage gestehen Sie, von Textil und Handel keine Ahnung zu haben, aber schöne Produkte für Kinder zu schätzen.

In der Tat haben wir zu Beginn keine Ahnung von Textil und Einzelhandel gehabt. Wäre das so gewesen, weiß ich nicht, ob wir das wirklich durchgezogen hätten. Unsere Philosophie ist ganz einfach zu beschreiben: Wir machen Produkte, in denen wir unsere Kinder gerne sehen möchten. So nachhaltig wie möglich und vor allem ohne Kompromisse, wenn es um die Sicherheit oder Schadstofffreiheit geht. Zudem möchten wir immer auch optisch positiv wirken oder überraschen – so wie mit unseren Skihelmen. Grundsätzlich wollen wir Nachhaltigkeit, Fairness und Wertschätzung mit unseren Produkten zum Ausdruck bringen.

Gorfion, das Unternehmen hinter Panther, hat auf der Start-up Area der Kind+Jugend ausgestellt. Wie war die Resonanz?

Die Resonanz war grundsätzlich positiv. Alle Besucher wollten sofort unsere Skihelme anprobieren und vor allem die Ohren abnehmen. Damit haben wir Aufmerksamkeit bekommen und wir haben einige potentielle Partner getroffen. Ehrlicherweise sind wir mit den Skihelmen jedoch in einem Nischenmarkt zuhause, der auf der Kind und Jugend nicht sonderlich groß vertreten ist. Zudem muss man auch sagen, dass die Start-Up-Area sicherlich ausbaufähig ist. Ich hätte mir hier im Zentrum einen Ort wie eine große Tafel oder Kaffeebar gewünscht, der zum Verweilen oder auch Kommunizieren einlädt.

Sie haben Ihr neues Produkt zur Wintersaison bereits erwähnt: die Skihelme im 3-D Maus- und Panther-Design. Wie kam es dazu?

Den Anstoß gab meine Tochter, die neue Skistöcke benötigte. Im Laden gab es ein Lizenzprodukt von Disneys Elsa, was zu einem gewissen Diskussionsbedarf geführt hat. Dadurch fiel uns später auf der Piste auf, dass es im Gegensatz zu Fahrradhelmen kaum Lizenzprodukte für Kinder im Wintersport gibt. Wenn Sie sich nun unseren Skihelm anschauen, sehen Sie, warum wir dann auf diese Idee kamen. Auf einen Helm ein Logo anzubringen, das wäre dann doch etwas langweilig gewesen. Wir wollten etwas Neues machen und haben so die runde Helmform mit den Ohren der Maus aus der WDR-Sendung kombiniert. Damit ergibt sich exakt die Kopfform der Maus mit den Ohren dazu. Damit hatten wir ein integriertes Design: Wir haben quasi 3-D den Mauskopf nachempfunden. Das war neu und irgendwie auch sehr lustig anzusehen. Dann haben wir das einfach ausprobiert.

Wo lassen Sie die Helme produzieren und wie haben Sie den Hersteller gefunden, der das kann?

Die Helme werden in Italien bei einem kleinen traditionellen Helmhersteller gefertigt, der auch Alpina beliefert. Die Suche nach einem geeigneten Partner war recht schwierig. Das Helmkonzept mit integrierten Klett-Ohren gab es ja so noch nicht. Das musste erst einmal verstanden werden, da es ja mit dem Aufkleben der Klettbänder einen zusätzlichen Prozessschritt erfordert. Schon aus diesem Grund war es uns wichtig, in Europa zu bleiben. So kann man sich auch einmal kurzfristig vor Ort treffen und Dinge besprechen. Natürlich wollten wir auch lange Transportwege vermeiden. Zudem wollten wir sicher sein, dass unsere Helme für Kinder wirklich gemäß europäischen Standards in punkto Sicherheit (DIN EN 1077), Umweltschutz und sozialen Aspekten gefertigt werden. Leider ist mittlerweile die Herstellung von Wintersport-Ausrüstung hauptsächlich in Asien angesiedelt, dies machte es dann umso schwieriger. Zum Schluss hatten wir Glück, dass bei Mango Sports die Produkt-Managerin unsere Idee genauso cool fand wie wir.

Kleiner Rabe Socke, Die Maus oder Janosch: Nach welchen Kriterien wählen Sie die Lizenzen aus, zu denen Sie Produkte anbieten?

Unsere Lizenzen müssen zu unserer recht einfachen Philosophie passen: Die Charaktere müssen für Werte wie gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung stehen und sie sollten dies auch stabil über Jahre tun. Wir wollen keinen Hype, sondern langfristig schöne Produkte machen. Unsere Lizenzen sind, abgesehen von der Maus, Kinderbuchklassiker – also nicht primär TV-Serien. Auch dies ist eine Aussage: Bücher liest man, genießt man und gibt sie später an seine Kinder weiter.

Auf welche Vertriebswege setzen Sie?

Mit unseren Helmen tun wir uns im Sport-Einzelhandel recht schwer. Unser Sortiment ist recht klein, was oft als Ablehnungsgrund angeführt wird. Daher sind wir vor allem im Onlinehandel präsent – über unsere Website www.my-panther.com oder auch über Amazon. Gerne möchten wir präsenter werden im Handel. Unsere Helme leben eigentlich davon, dass man sie wirklich sehen und anfassen kann. Dies ist unsere große Aufgabe für die nächsten Jahre. Unsere Textilien für Kinder wiederum sind im Einzelhandel bereits etwas besser vertreten, allerdings hauptsächlich im Buchhandel.

Welche Tipps würden Sie anderen neuen Unternehmen geben, die den Einstieg in die Ausstattungsbranche für Kinder wagen wollen?

Als Betriebswirt dachte ich immer, wir haben alles berücksichtigt, das hat man aber nie. Deshalb ist es immens wichtig, die eigene Markteinschätzung und vor allem die Kaufentscheidungen nochmals von jemandem Neutralen analysieren zu lassen. Oft ist man so von seinem Produkt überzeugt, dass man die Einwände Dritter nicht gelten lässt. Diese sollte man sich aber sehr gut anhören und überlegen, in wie weit das nicht doch ein Problem sein kann oder wie man dafür eine Lösung findet. Gerade im Bereich für Kinder darf man sich nicht davon blenden lassen, dass alle Kinder lieben und daher tolle Produkte immer gut ankommen. Der Kindersektor ist ein genauso knallhartes Geschäft wie alle anderen auch. Der Handel beispielsweise muss Geld verdienen – die Frage ist, kann er das mit deinem Produkt?

 

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Link: Das Start-up Panther setzt auf originelle und hochwertige Ausstattung für Kinder.

Bild: Gorfion

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