Der Umsatz im Einzelhandel soll in diesem Jahr um zwei Prozent steigen. Doch die gute Konjunktur kommt nicht bei allen an, so der HDE.

Nur noch 30 Prozent der vom Handelsverband befragten Unternehmen erwarten für das erste Halbjahr 2019 steigende Erlöse. Im Vorjahr waren es noch 37 Prozent. Vor allem kleinere Händler sind mit der Geschäftslage unzufrieden. Unabhängig von der Konjunktur beurteilen sie ihre finanziellen Ergebnisse überdurchschnittlich häufig als schlecht. Das ist bedrohlich für die Vielfalt in den Innenstädten. Denn Unternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten stehen für 54 Prozent aller Handelsstandorte in Deutschland. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth: „Der mittelständische Handel braucht politische Unterstützung, um im aktuellen Strukturwandel bestehen und von der Digitalisierung profitieren zu können.“ Reformbedarf sieht Genth vor allem bei der Unternehmensbesteuerung und den Kosten der Energiewende, die seiner Ansicht nach über einen CO2-Preis finanziert werden sollten. Darüber hinaus fordert der Handelsverband mit Blick auf die vielerorts überforderte Infrastruktur den weiteren Ausbau und Erhalt des Straßennetzes sowie des öffentlichen Personennahverkehrs. So könne die Versorgung der Kunden und Geschäfte auch künftig gesichert werden.

Konjunktur ist besser als die Stimmung im Handel

Insgesamt ist die Stimmung der Unternehmen trüber als die tatsächlichen Marktdaten und die Konjunktur es vermuten lassen würden. Denn der Umsatz im Einzelhandel wird nach HDE-Prognosen in diesem Jahr um zwei Prozent auf knapp über 537 Milliarden Euro steigen. Doch hier klafft die Schere auseinander. Während der stationäre Einzelhandel um nominal 1,3 Prozent wachsen soll, werden es im Onlinehandel stolze 8,5 Prozent sein. Damit setzt sich das starke Wachstum im Internet weiter fort, auch wenn die Steigerungsrate insgesamt etwas niedriger ausfällt als im Vorjahr (9,1 Prozent). Diesen Unterschied zwischen klassischem Einzelhandel und Online-Geschäft bestätigt auch ein Blick in die Details der Umfrage zur Konjunktur. Im Einzelhandel rechnen 35 Prozent der befragten Unternehmen mit einem Rückgang ihres Umsatzes. Im Online-Multichannelhandel sind es nur 11 Prozent. Fast zwei Drittel der Befragten gehen dagegen von einer Steigerung des Umsatzes aus.

Verbraucherstimmung trübt sich ein

Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt gilt als Haupt-Antriebsmotor für die Konjunktur und die steigenden Umsätze im Handel. Allerdings ziehen auch hier dunkle Wolken auf. Denn das aktuelle HDE-Konsumbarometer zeigt für Mai eine Eintrübung der Verbraucherstimmung. „Die Verbraucher lassen sich zunehmend von den sinkenden Wirtschaftsprognosen beeindrucken“, so Genth weiter. Er fordert: „Die Binnenkonjunktur und der Konsum müssen angesichts schwächer werdender Export- und Produktionszahlen als Stabilitätsanker für die gesamte Volkswirtschaft gestärkt werden.“ Laut HDE-Konsum-Barometer scheinen für die Abkühlung der Verbraucherstimmung insbesondere der Rückgang der Anschaffungsneigung sowie geringere Einkommens- und Konjunkturerwartungen verantwortlich zu sein. Diese verschlechterten Erwartungen erreichen durch die deutlich pessimistischere gesamtwirtschaftliche Perspektive sogar einen neuen Tiefstand.

 

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Link: Der Handelsverband Deutschland gibt einen Ausblick auf die Umsatz-Erwartungen der Einzelhändler.

Bild: ECE

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