Laut HDE Konsumbarometer ist die Verbraucherstimmung auf dem Tiefpunkt. Im Fokus stehen finanzielle Rücklagen und Steuerentlastungen.

Die Verbraucherstimmung ist zu Beginn des neuen Jahres auf dem Tiefstand. Seit Einführung des HDE-Konsumbarometer im Oktober 2016 hat sie nun mit 99,30 Punkten ihr niedrigstes Niveau erreicht.

„Das HDE-Konsumbarometer zeigt, dass sich die Stimmung der Verbraucher im Vergleich zum Vormonat verschlechtert hat. Und auch im Vorjahresvergleich schneidet der Januar 2019 nicht gut ab“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Seit dem zweiten Quartal 2018 liegt das Konsumbarometer jeweils unter dem Vorjahresniveau.

HDE fordert Entlastung der Verbraucher

Als Konsequenz fordert der HDE die Entlastung der Verbraucher zur Stärkung der Binnenkonjunktur. Dazu gehört nach Meinung des Handelsverbandes auch der Abbau des Solidaritätszuschlages. „Die Binnenkonjunktur braucht positive Impulse. Gerade kleine und mittlere Einkommen sollten deutlich entlastet werden“, so Genth.

Damit weist Genth auf die derzeit hitzig diskutierte innenpolitische Debatte der Steuerentlastung hin. Union und SPD planen bisher für 2021 eine Entlastung um 10 Milliarden Euro, die 90 Prozent der Soli-Zahler befreien soll. In der Union wird aber zunehmend eine komplette Streichung des Soli gefordert.

Konsumbarometer zeigt: Verbraucher tendieren zum Sparen

Laut dem Handelsbaltt Research Institute (HRI) erwarten die Verbraucher, genauso wie die Unternehmen und Konjunkturforschungsinstitute eine Abkühlung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums. Sie planen daher, ihre Rücklagen großzügig auszubauen. Nach Ansicht des HRI wird die gesamtwirtschaftliche Dynamik im Laufe des Jahres 2019 aber wieder anziehen, so dass für 2020 ein gesamtwirtschaftliches Wachstum von zwei Prozent zu erwarten ist.

Maßgebliche Stütze dafür bleibt der Privatkonsum, der 2019 um 1,1 Prozentpunkte zulegen soll. Allerdings sind die vom HDI befragten Verbraucher der Meinung, dass die konjunkturelle Abkühlung sich in den nächsten Monaten noch nicht auf ihr Haushaltseinkommen auswirken wird.

Handelskonflikte beeinflussen gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Auch die Stimmung der Unternehmen und die Konjunkturprognosen sinken. Im Gegensatz zum Ende letzten Jahres können diese nun nicht mehr durch die steigende Anschaffungsneigung kompensiert werden. „Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland wird weiterhin von einigen geopolitischen Risiken geprägt. Dabei stehen die Handelskonflikte mit den USA im Mittelpunkt. Aber auch von der immer noch nicht abschließend geklärten Umsetzung des Brexit gehen Unsicherheiten aus“, heißt es in einer aktuellen HDE-Pressemitteilung.

 

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Bild: gettyimages

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