Dynamische Preisgestaltung, hyperindividuelle Online-Angebote oder Programme, mit denen Kunden Kleidung oder Make-up probieren können: künstliche Intelligenz macht es möglich. Daher zählt diese Technologie für den Handel zum wichtigsten Zukunftstrend.

Das Forschungsinstitut EHI und Microsoft haben den Einsatz und die Perspektiven von künstlicher Intelligenz (KI) im Handel untersucht. Knapp ein Drittel der befragten Händler setzt KI bereits ein. Weitere 36 Prozent wollen diese Technik in den nächsten drei Jahren einführen. Einig waren sich die Befragten, dass künstliche Intelligenz den Handel maßgeblich verändern wird. Vor allem im Bereich der vorausschauenden Datenanalyse wird diese technische Lösung immer wichtiger. Diese sogenannten Predictive Analytics helfen zum Beispiel Textilhändlern, die dank Trendvorhersagen das richtige Produkt am richtigen Ort zur richtigen Zeit anbieten können. „Der Handel befindet sich  in der Entwicklung hin zu Smart Stores aktuell in einer Konzeptions- und Aufbauphase und sucht offensiv nach Lösungen, um mit personalisierten Angeboten zu begeistern und mit KI und IoT Handelsprozesse neu zu erfinden“, so Xenia Giese, Industry Solution Executive Retail & Consumer Goods bei Microsoft Deutschland.

Künstliche Intelligenz bislang oftmals nur in Pilotprojekten

Das heißt: Eine flächendeckende Verbreitung dieser neuen Technologien ist im deutschen Handel zurzeit noch nicht feststellbar. Viele der Technologien kommen vor allem in einzelnen Pilotprojekt-Filialen zum Einsatz. So können Kunden beispielsweise in einem to-go-Store der niederländischen Supermarktkette Albert Heijn via tap-to-go bezahlen. Dabei berührt der Käufer mit seiner Kundenkarte die elektronische Regalanzeige, in der das Produkt steht. Das Geld wird automatisch von seinem Bankkonto abgebucht. Bei H&M am New Yorker Times Square schlägt ein sprachgesteuerter, interaktiver Spiegel den Kunden Outfits vor, die sofort gekauft werden können. Im Frankfurter Hotel Steigenberger unterstützen Smartwatches die Servicekräfte beim Housekeeping und der Wartung von Zimmern, Suiten und Tagungsräumen. Die meisten Lösungen für Künstliche Intelligenz laufen allerdings eher unbemerkt im Hintergrund ab. Unternehmen analysieren die Daten ihrer Kunden, gleichen sie mit anderen Parametern ab und schaffen daraus unternehmerischen Mehrwert. Das können gezielte Angebote für ausgewählte Kunden sein, dynamische Preisgestaltung oder die Optimierung des Produktangebots.

Otto setzt bei Kundenbewertungen auf künstliche Intelligenz

Führend dabei ist der Online-Riese Otto. So hat der Konzern bereits dynamisches Pricing umgesetzt. Schwerpunktmäßig nutzt das Unternehmen künstliche Intelligenz allerdings für Kundenbewertungen und Suchoptimierung. So hat Otto eine zum Start hin nach eigenen Angaben einzigartige Funktion bei Produktbewertungen eingeführt. Dort können Kunden nach Schlagworten die wichtigsten Aspekte aus den Bewertungen auf otto.de herausfiltern. Der von Otto selbstentwickelte Algorithmus sucht nach den am häufigsten genannten Punkten der Kundenrezensionen. „Das Thema künstliche Intelligenz wird den Onlinehandel der Zukunft weiter prägen. Unser Ziel muss es immer sein, mit Hilfe innovativer Technologien echten Mehrwert für Kunden zu schaffen. Die neue Filterfunktion für Produktbewertungen auf otto.de sind deswegen ein gutes Beispiel für den smarten Einsatz von Machine Learning-Methoden, die das Einkaufserlebnis auf otto.de noch besser machen werden“, so Marc Opelt, Otto-Bereichsvorstand Marketing.

 

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Link: EHI und Microsoft haben Händler nach den wichtigsten Zukunftstrends befragt – künstliche Intelligenz ist dabei weit vorne.

Bild: pixabay

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