Das Traditionsunternehmen Vedes wurde im November vergangenen Jahres zum dritten Mal in Folge als „Marke des Jahrhunderts“ ausgezeichnet. Dies nahm Luna Journal zum Anlass mit Patrick Gottesleben, Bereichsleiter Marketing, Digital, Research & Geschäftsführer der Tochtergesellschaft Vedes ZR GmbH, über Spielwarentrends, den Online-Handel und aktuelle Themen der Branche zu sprechen.

Die Vedes AG ist eine Fachhandelsorganisation für Spielwaren und Freizeitartikel. Zu ihrem Sortiment gehören namhafte Marken, wie Lego, Playmobil, Mattel, Hasbro, Schleich, Ravensburger, Schmidt Spiele, Kosmos und Nintendo. Sie vereint unter ihrem Dach Händler aus ganz Europa.

Die Auszeichnung „Marke des Jahrhunderts“ wurde von Gottesleben bei der Buchpremiere des „Deutschen Standards“ im Vorfeld des deutschen Wirtschaftsforums entgegengenommen. Das Werk ehrt in einem Turnus von drei Jahren erfolgreiche Traditionsmarken.

Seit 115 Jahren lassen Sie Kinderherzen höher schlagen. Die Auszeichnung zur „Marke des Jahrhunderts“ bestätigt nun zum dritten Mal in Folge ihren Erfolg. Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung?

Patrick Gottesleben: Die Aufnahme in das „Who is Who“ der deutschen Marken ist vornehmlich Traditionsunternehmen mit Alleinstellungsmerkmalen, hohem Bekanntheitsgrad und großem unternehmerischen Engagement vorbehalten. Damit reiht sich die VEDES nahtlos in die Königsklasse der deutschen Marken ein, worüber wir uns sehr freuen. Wir sind die bedeutendste Marke im Spielwarenhandel und haben seit 115 Jahren ein unverwechselbares Profil.

Was ist ihr Erfolgsrezept?

Ganz einfach: absolute Kundenzentrierung! Die klare Ausrichtung auf den Verbraucher und die Bedienung seiner Bedürfnisse aus seiner Erwartung heraus ist seit jeher unser Antrieb. Wir sind stets mit den richtigen Angeboten zur richtigen Zeit am richtigen Ort – umgesetzt mit dem richtigen Maß an Kreativität und Innovation.

Was ist ihr wichtigstes Alleinstellungsmerkmal?

Vedes ist das familienfreundliche Fachgeschäft, in dem nicht nur Kinderherzen höher schlagen, sondern vor allem „wertvolle Familienzeit“ mit nach Hause genommen wird. Denn Spielen verbindet Generationen und schafft gemeinsame Erlebnisräume. Dafür steht die Marke Vedes wie keine andere.

Im vergangenen Jahr haben Sie verstärkt in die Digitalisierung investiert. Welche Chancen und Risiken sehen Sie insbesondere für die Spielwarenbranche?

Das Wachstum im Bereich E-Commerce ist in den vergangenen Jahren extrem stark gewachsen und inzwischen einfach nicht mehr wegzudenken! Wir sehen das als Chance und nutzen zusätzlich die Möglichkeiten, die uns die Digitalisierung eröffnet, um so alle Stärken unseres flächendeckenden Händlernetzes voll auszuspielen. Für die Vedes ist Omnichannel eine strategische Entscheidung, weswegen wir die Entwicklung, in der analoge und digitale Welt weiter zusammenwachsen, aktiv vorantreiben.

Viele stationäre Händler haben Angst, mit dem Online-Handel nicht mehr mithalten zu können. Wie schätzen Sie die Situation ein?

Als Teil einer schlagkräftigen Verbundgruppe können unsere Handelspartner stets zuversichtlich in die Zukunft blicken. Die Vedes Zentrale bietet eine vollumfängliche Omnichannel-Lösung, die langfristig Bestand hat und Erfolg verspricht. Wichtig ist, dass die Händler zusätzlich zu ihrem Point of Emotion vor Ort auch digitale Maßnahmen umsetzen, um auf allen Kanälen präsent zu sein und damit ihren Bestands- und auch Neukunden einen vollumfänglichen Service bieten zu können. Die Bandbreite ist dabei groß: beginnend mit einem individuellen Internetauftritt bzw. einer informativen Homepage über die ausführliche Produktpräsentation inklusive Verfügbarkeiten sowie Click & Collect bis hin zum eigenen Online-Shop gibt es viele Möglichkeiten, im Internet Präsenz zu zeigen.

Gleichzeitig sollen sich die Händler aber auch darauf konzentrieren, was ein stationäres Ladenlokal ausmacht und einen Ort für Menschen schaffen, die sich willkommen fühlen. Lokal, persönlich, mit Herz – das funktioniert auch im Internetzeitalter. Denn wenn der Einkauf im Geschäft um die Ecke zum herzlichen Erlebnis wird – aufregend, komfortabel und modern – dann müssen wir uns keine Sorgen machen. Der haptische Aspekt des Einkaufs, der Spaß und das Erlebnis können durch nichts ersetzt werden

Sie stehen für die Aussage „Spielen verbindet Generationen“. Welche generationenübergreifenden Trends können Sie nennen?

Spielen schafft gemeinsame Erlebnisräume, in denen man zusammen lacht und Spaß hat und damit den Bund innerhalb von Familien und Freunden stärkt. Das kann ein Gesellschaftsspiel in lustiger Runde sein oder das klassische Rollenspiel mit einer Anziehpuppe zwischen Tante und Nichte oder ein spannendes Race zwischen Opa, Papa und Enkel an der Autorennbahn sein. Eben alles, was unabhängig vom Alter zusammen Spaß macht.

Welche Artikel sind seit der Unternehmensgründung Dauerbrenner?

Das klassische Brettspiel, Holzbausteine, Bücher, Bastelartikel, Puppen und Plüschtiere sind echte Evergreens. Natürlich passen sich die Spielsachen immer dem Zeitgeist an, aber die ursprüngliche Spielidee dahinter bleibt stets die gleiche.

Analoge oder digitale Spielzeuge – Was findet bei Kindern größeren Anklang?

Beides, es ist eine Art Kombination beider Komponenten. Zum einen bekommen die klassischen Spielwaren immer mehr digitale Features und erhalten dadurch eine neue Dimension. Zum anderen schwappen aber auch Trends aus der digitalen in die analoge Welt rüber. Aktuelles Beispiel: Fortnite – der Hype um das Online-Game hat sich auf klassische Spielwaren ausgeweitet, denn die Actionfiguren, Blaster, Textilien uvm. finden reißenden Absatz. Nichtsdestotrotz sind und bleiben Bücher, Brettspiele oder Puzzles nach wie vor gefragt.

Ein aktuelles Thema sind Lizenzprodukte. Sie machen rund ein Fünftel des Jahresumsatzes in der Spielwarenbranche aus. Welche Themen sind derzeit besonders beliebt?

Die Lizenz, die uns momentan und wohl auch in absehbarer Zukunft am meisten Spaß macht, ist eindeutig „Paw Patrol“. Die Helfer auf vier Pfoten machen traumhafte Umsätze und können den großen bzw. etablierten Top-Themen locker das Wasser reichen. Klassiker wie „Cars“ oder „Feuerwehrmann Sam“ wurden inzwischen sogar weit abgehängt, wobei diese Lizenzen immer noch ordentliche Umsätze machen. Auch „Star Wars“ läuft weiterhin gut, wenn auch nicht mehr auf dem hohen Niveau der Vorjahre.

Die klassischen Entertainment-Lizenzen der Mädchen tun sich im Moment leider etwas schwer. Es wird Zeit für „Die Eiskönigin 2“… aber da müssen wir uns noch bis Weihnachten 2019 gedulden. Abseits der TV- und Kino-Lizenzen ist bei uns der „Horse Club“ von Schleich ganz weit vorn. Die Kombination Mädchen und Pferde ist ein zuverlässiger Umsatzgarant, eben ein echter Evergreen. Außerdem haben wir natürlich stets ein Auge auf die sozialen Medien gerichtet, denn hier entstehen immer wieder Trends, die unfassbar schnell die Runde machen – diese Entwicklung ist extrem spannend!
Aktuell freue ich mich ganz besonders über unsere exklusive Vedes Promotion-Aktion mit Disney: Pünktlich zum Ostergeschäft bringen wir gemeinsam eine sehr ansprechende und prall gefüllte Schulbox auf den Markt. Vorne drauf sind die „DuckTales”, die als neu aufgelegte TV-Serie gerade im Disney Channel ausgestrahlt werden.

Das Jahr 2019 hat gerade erst begonnen. Welche Highlights wird es bei Vedes geben?

Wie feiern 115 Jahre Vedes und werden dieses Event in den kommenden Monaten mit emotionalen Aktionen in unseren vielen Geschäften sowie satten Rabatten online und offline begleiten. Zudem erwarten wir einen weiteren Anstieg im E-Commerce und werden hier unsere Services für den Endverbraucher weiter optimieren. Unser Fokus liegt dabei eindeutig auf „Reservieren & Abholen“, denn unser Wettbewerbsvorteil ist das digital vernetzte stationäre Geschäft.

 

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Link: Vedes wird zum dritten Mal in Folge „Marke des Jahrhunderts“

Bild: Vedes

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