7,3 Milliarden Euro wurden in Deutschland mit Baby- und Kinderausstattung im letzten Jahr umgesetzt. Damit ist dieser Markt nur gering um 50 Millionen Euro gewachsen. Insgesamt geben die Deutschen weniger pro Kind aus.

Was viele Händler in ihren Kassen spüren, zeigt die neueste Studie des IFH Köln in Zusammenarbeit mit der BBE Handelsberatung schwarz auf weiß. Im letzten Jahr ist der Markt für Baby- und Kinderausstattung nur schwach gewachsen. Eltern, Verwandte und Bekannte haben demnach 2018 insgesamt 7,3 Milliarden Euro für Ausstattung in der Altersgruppe null bis zwölf Jahre ausgegeben. Damit ist das Volumen in diesem Markt binnen eines Jahres nur minimal um 0,6 Prozent gestiegen. Das ist ein deutlicher Wachstums-Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren.

Schließlich betrug der durchschnittliche Zuwachs in den Jahren 2012 bis 2016 noch 2,5 Prozent pro Jahr. Besonders schwach war die Entwicklung im Bereich der Bekleidung. Bei der klassischen Hartware dagegen gab es ein leichtes Plus von 1,3 Prozent. IFH-Marktexperte Hansjürgen Heinick: „Die abnehmende Wachstumsdynamik seit 2014 resultiert vor allem aus einer zuletzt zurückhaltenden Ausgabebereitschaft der Zielgruppe. Marktstabilisierend wirkte sich dagegen eine gestiegene Anzahl der Kinder aus.“

Hoher Preisdruck bestimmt den Markt

Viele Eltern kaufen zunehmend preisbewusst ein. Internet und Onlinehandel machen Vergleiche einfach. Die Vielzahl der Anbieter und die unterschiedlichen Vertriebsformen fördern darüber hinaus den Preisdruck im Markt für Baby- und Kinderausstattung. Die Ausgaben pro Kind sanken daher von rund 760 Euro in 2017 auf 750 Euro im Jahr 2018.

Peter Frank, Senior Consultant bei der BBE Handelsberatung: „Käufer von Baby- und Kinderausstattung achten verstärkt auf Preise und orientieren sich tendenziell in Richtung preisattraktiver Vertriebsformen, was auch Auswirkungen auf den spezialisierten Fachhandel hat. Dabei kommt der Kommunikation, v. a. der digitalen Sichtbarkeit, eine immer wichtigere Rolle zu.“ Nur so können sich Anbieter gegenüber der großen Konkurrenz behaupten. Denn vor allem der spezifische Fachhandel mit Baby- und Kinderausstattung spürt die Entwicklungen im Markt und schrumpfte zuletzt um 0,8 Prozentpunkte. Die kinderspezifischen Vertriebswege leiden dabei vor allem unter der Schwäche kleinerer Fachgeschäfte und dem zunehmenden Wettbewerbsdruck durch die großen Filialisten.

Vor allem Pure-Player profitieren

Dominierend im Markt für Baby- und Kinderausstattung sind der nicht-kinderspezifische Bekleidungsfachhandel und die Bekleidungsfilialisten. Auf sie entfiel mit mehr als 20 Prozent der größte Anteil am Umsatz. Platz 2 nehmen die „sonstigen Anbieter“ ein. Das sind weitere Fachhandelsbranchen wie der Möbel-, Lederwaren- oder Bettwaren-Fachhandel mit anderen Anbietern wie Tchibo und Co. Immer größer werden die Internet-Pure-Player. Sie besitzen mittlerweile einen Marktanteil von mehr als zehn Prozent.

Sowieso führt am Onlinehandel im Markt für Baby- und Kinderausstattung kein Weg mehr vorbei. Mehr als ein Viertel aller Umsätze entfallen auf das Internet-Geschäft. Zu den relevanten Online-Händlern zählen laut der Marktstudie sowohl Spezialisten wie babymarkt.de oder windeln.de als auch Amazon oder Zalando. Auch für stationäre Händler lohnt sich nachweislich der Einstieg ins Onlinegeschäft. Seit 2016 sind auch hier die Anteile im Markt konstant gewachsen.

 

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Link: Die Gemeinschaftsstudie „Branchenfokus Baby- und Kinderausstattung“ von IFH Köln und BBE Handelsberatung GmbH liefert aktuelle Marktdaten.

Bild: pixabay

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