Ekaterina Arlt-Kalthoff hat Mami Poppins gegründet. Das Start-up hat eine ungewöhnliche Geschäftsidee: Die Vermietung von Reiseausstattung für Kinder.

Frau Arlt-Kalthoff, wie sind Sie auf die Idee mit Mami Poppins gekommen?

Ich wollte das Leasing-Prinzip, wie man es von Autos kennt, auch bei Kinderausstattung umsetzen. Vor fünfeinhalb Jahren bin ich Mutter geworden. Da war mir ein hochwertiger Kinderwagen sehr wichtig. Allerdings konnte und wollte ich nicht den vollen Kaufpreis ausgeben. Damals habe ich mir meinen Hartan-Kinderwagen daher Second Hand gekauft. Allerdings mit dem Gedanken dahinter: Es wäre doch cooler, wenn ich einen solchen Wagen für zwei, drei Jahre mieten könnte. So fing das Geschäft 2015 an: Mit der Langzeitvermietung von Bugaboo-Kinderwagen. Nach wenigen Monaten gab es die ersten Anfragen von Eltern, die auf der Suche nach Buggys und Zubehör für ihre Reisen waren. Gemeinsam mit meinen Kunden habe ich das Geschäft dahingehend aus- und umgebaut. Seit 2017 gibt es ausschließlich die Kurzzeitvermietung von Mami Poppins. Wir sind der Reiseausstatter für Eltern.

Von Autositzen über Reisebetten bis zu Buggys reicht das Angebot von Mami Poppins. Wie ist die Resonanz der Hersteller?

Mami Poppins hat heute Mobilitätslösungen von über zehn Herstellern im Angebot. Dazu gehören Babyzen, Mountain Buggy, Babybjörn oder auch Nachfolger. Die Vorteile liegen auf der Hand. Wir sind Markenbotschafter für die Hersteller. Viele Eltern kommen durch Mami Poppins erstmals mit einer Marke in Kontakt. Denn beim Mieten von Kinderausstattung entscheiden sie sich oft ein Produkt im Urlaub zu testen. Zudem bietet Mieten die Möglichkeit, mit Kunden in Kontakt zu bleiben. Ein Kauf geschieht einmalig, aber im Mietgeschäft wird ein zufriedener Kunde bei den nächsten Malen wieder die gleiche Marke wählen. Das sind mehrere Touchpoints bei der Customer Journey, die langfristigen Umsatz bringen. Zudem sind Eltern bei neuen Produkten eher zurückhaltend. Hier bringt sie die Mietoption eher dazu, etwas zu testen und dann vielleicht auch zu kaufen. Das kann ich mir bei E-Strollern sehr gut vorstellen.

Wie funktioniert die Logistik?

Das ist ein entscheidender Punkt. Mami Poppins Miet-Produkte sind heute in ganz Deutschland, Österreich, Belgien, den Niederlanden und auf Mallorca erhältlich. Wer heute bestellt, der bekommt seinen Kindersitz oder den Buggy in der Regel nach zwei Tagen geliefert. Expresslieferungen sind natürlich auch möglich. Eltern planen ihren Urlaub langfristig, da passt aber eine Lieferzeit von zwei Tagen prima. Wir liefern zu Oma und Opa, die ein Reisebett brauchen. Oder zu den Eltern, die entspannt mit einem hochwertigen Faltbuggy fliegen möchten – und nicht mit ihrem robusten Kinderwagen. Dafür haben wir einen starken Logistik-Partner an unserer Seite. Auf Mallorca arbeiten wir mit einem Partner zusammen.

Wohin soll die Reise für Mami Poppins gehen?

Unser Angebot ist einzigartig. Wir wollen in Deutschland die Marktführerschaft ausbauen. Zudem nehmen wir weitere Länder in Europa in den Fokus. Denn Mami Poppins möchte noch mehr Eltern, die verreisen, die optimale Ausstattung für ihren Urlaub bieten. Dafür sind wir in intensiven Gesprächen mit neuen Partnern und weiteren Herstellern der Kinderausstattungsbranche. Das Konzept von Mami Poppins bietet den Unternehmen oft ganz neue Absatz- und Umsatzmöglichkeiten. Der Trend geht in vielen Bereichen des Lebens zum Mieten und Teilen. Diesen Prozess zu begleiten, finde ich sehr spannend.

 

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Link: Das Unternehmen Mami Poppins vermietet Reiseausstattung.

Bilder: Mami Poppins

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