Die Fingerfarben und Kneten des Start-ups neogrün aus Sachsen Anhalt sind jetzt offiziell ökologisch zertifiziert. Die Spielwaren sind die ersten, die mit dem Nature Care Produkt-Qualitätssiegel ausgezeichnet wurden.

In den letzten Monaten machten Knetmassen oft schlecht von sich reden. Die Experten von Oekotest nahmen 14 Kneten unter die Lupe. Nur drei davon waren frei von bedenklichen oder umstrittenen Inhaltsstoffen. Worauf können Händler und Eltern sich verlassen, wenn sie sichere Produkte anbieten wollen? Eine Hilfe will das Nature Care Produkt-Qualitätssiegel sein. Es wurde bereits 2014 von der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik GfaW konzipiert. Ziel ist es, ökologische Produkte zu kennzeichnen, die nicht aus den Bereichen Kosmetik oder Lebensmittel stammen. So sollen Verbraucher auf einen Blick erkennen, dass ein Produkt aus ökologischen Ausgangsmaterialien stammt und möglichst nachhaltig hergestellt wird. Bislang sind unter anderem chemiefreie Insektenvertreibungsmittel, Bio-Putzmittel oder auch ökologische Lederpflege NCP-zertifiziert. Mit den Fingerfarben und Knetmassen von neogrün haben nun die ersten Spielwaren das Nature Care Produkt-Qualitätssiegel erhalten.

Das Nature Care Produkt-Qualitätssiegel will Verbrauchern eine Hilfestellung sein

Damit verpflichtet sich das Start-up neogrün, zahlreiche Kriterien zu beachten. Unter anderem dürfen die Spielwaren nur Inhaltsstoffe aus natürlichem pflanzlichen sowie tierischen Ursprungs enthalten. Unternehmen müssen unter anderem auf Mikroplastik, Gentechnik, Silikone und Tierversuche verzichten. Es wird eine umweltfreundliche Verpackung gefordert. Neogrün setzt nur unbedingt notwenige Verpackungen ein. Das Material ist zu 100 Prozent recycelbar. So ist die Knete in Pappkisten ohne Plastikblister verpackt. Die Spielwaren selbst bestehen aus natürlichen Zutaten und sind komplett biologisch abbaubar. Die GfaW als Siegelgeber verfolgt mit dem NCP-Prädikat zwei Ziele. „Mit dem NCP-Siegel geben wir Verbrauchern die Möglichkeit, Weichmacher, Mikroplastik und weitere gefährliche Substanzen im Alltag zu vermeiden und auf ökologische Alternativen zurückzugreifen“, so die stellvertretende GfaW-Geschäftsführerin Sophie v. Lilienfeld-Toal. Auf der anderen Seite unterstützt das Nature Care Produkt-Qualitätssiegel die Markenkommunikation der Unternehmen: „Das NCP-Siegel erhalten nur ökologische Produkte die höchste Qualitätskriterien erfüllen. Damit senden Hersteller ein klares Signal an den Verbraucher.“

Viele Eltern wollen wissen, womit ihre Kinder in Berührung kommen

Dieses Signal sei gerade bei Spielwaren für immer mehr Eltern besonders wichtig, so die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik. Sie wollten die Inhaltsstoffe der jeweiligen Produkte kennen. Denn gerade bei Spielzeug, mit dem Kinder intensiv in Berührung kommen, müsse ausgeschlossen sein, dass gefährliche Bestandteile in den Körper gelangen. Noch gibt es laut GfaW wenig gesetzliche Vorgaben oder Hinweise darauf, ob ein Spielzeug wirklich ungefährlich ist. So reguliere die EU-Spielzeugrichtlinie EN 71 zwar die zugelassenen Komponenten und deren Maximalanteile, garantiere allerdings nicht die vollständige Schadstofffreiheit eines Spielzeuges. Mit dem Nature Care Produkt-Qualitätssiegel will die Organisation eine deutlich über diese Festlegungen hinaus gehende Orientierung für Eltern und Familien bieten. Damit soll der Standard eine Regulierungslücke im Non-Food-Bereich schließen.

 

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Bild: neogrün

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