Knete bietet den Kindern ein uneingeschränktes Spielvergnügen und regt, zur Freude der Eltern, die Phantasie der Kleinen an. In dem Augenblick, wo die Knete aber in den Mund der Kinder wandert, machen sich die Eltern meist erst Gedanken über die Inhaltsstoffe der bunten Masse. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat fünfzehn handelsübliche Knetmassen ins Labor geschickt. In fast allen wurden bedenkliche Stoffe gefunden.

Nur drei Kneten haben mit dem Testurteil „sehr gut“ abgeschnitten. In zwölf von fünfzehn getesteten Knetmassen wurden schädliche Inhaltsstoffe festgestellt. Acht davon sind „befriedigend“ und drei „mangelhaft“. Eine Knetmasse schnitt sogar mit „ungenügend“ ab.

Knete dir die Welt, wie sie dir gefällt

Folgende Knetmassen haben den Öko-Test bestanden: „Creative Kids“ von A.I. & E., „Kinder-Soft-Knete“ von Jako-O und „Nawaro Soft“ von Ökonorm. Dabei handelt es sich um Soft-Knetmassen, die keine bedenklichen oder umstrittene Stoffe und keine Anzeichen von aromatischen Kohlenwasserstoffen (MOAH) beinhalten. Mit dem Testergebnis „sehr gut“ sind das die einzigen Kneten, die Öko-Test empfehlen kann.

Zwölf Knetmassen weisen bedenkliche Stoffe auf

Bereits 2013 nahm Öko-Test eine Reihe handelsüblicher Knetmassen unter die Lupe. Der Schadstoff-Test ergab, dass zwei Drittel der getesteten Produkte „unbedenklich“ sind. Nach fünf Jahren wurde der Test wiederholt. Das Ergebnis viel 2018 schlechter aus, als 2013. So enthielten zwölf Kneten bedenklich Stoffe. Laut Stephan Kümmel, Öko-Test Redakteur, habe sich die Knete über die Jahre nicht verschlechtert. Das schlechte Ergebnis seih auf die mittlerweile besseren Analysetechniken zurückzuführen. Unter Anwendung der neuen Methoden stellten die Tester in zehn von fünfzehn untersuchten Produkte aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) fest.

Durch die modernen Analytik Methoden entdeckte das Labor erstmalig in einer Knetmasse den krebsverdächtigen Farbbaustein Anilin. In Knete gibt es bisher keinen gesetzlichen Grenzwert. Öko-Test vertritt diesbezüglich eine klare Haltung: „Dieser Stoff gehöre nicht in Spielzeug„.

Zudem enthielten zwei der getesteten Soft-Knetmassen Spuren von Formaldehyd. Beide wurden von Öko-Test mit “mangelhaft“ bewertet. Nimmt man Formaldehyd, nach Angaben des deutschen Verbrauchermagazins Öko-Test über die Atemwege auf, gilt dieses als krebserregend. Auch, wenn Hersteller den Grenzwert nicht überschreiten, ist Öko-Test der Meinung: „Formaldehyd sollte aus Kinderwaren gänzlich herausgehalten werden.“

Schadstoffbelastete Knete für den Müll?

Kümmel rät den Eltern, die Kinder beim Spielen mit der Knete nicht unbeaufsichtigt zu lassen und darauf zu achten, das diese nicht verschluckt wird. Die enthaltenen Giftstoffe in MOAHs seien auf das Aufnehmen über den Verdauungstrakt zurückzuführen, nicht über die Haut des Kindes. Jeder Elternteil müsse, so der Testredakteur, selber entscheiden, ob ihnen das Risiko beim eigenen Kind zu hoch ist. „Wer die bedenklichen MOAH umgehen will, greift für seine Kinder auf eine der von uns getesteten „sehr guten“ Soft-Kneten zurück“, so Kümmel.

Deklarationspflicht für Inhaltsstoffe

„Es wird höchste Zeit, dass die Hersteller von Knetmassen endlich die Inhaltsstoffe auf der Verpackung deklarieren müssen,“ fordert der Testredakteur. Schließlich ginge es hier um die Sicherheit der Kinder und da dürfen die Eltern, laut Kümmel, nicht im Dunkeln gelassen werden. MOAH stecke in Erdölbestandteilen, ob diese verwendet wurden sollte auf dem Produkt klar ersichtlich sein. „Nur so können Eltern selbst entscheiden, was sie ihren Kindern zu Kneten in die Hände geben,“ äußert sich Stephan Kümmel.

Bereits 2013 verlangte Öko-Test, dass der Gesetzgeber klare Regeln zur Kennzeichnung von Knetmassen bestimmen müsse.

 

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Link: Fünfzehn Kneten im Öko-Test

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