Der Umsatz bei Peek & Cloppenburg stagniert – ganz besonders in den großen Filialen. Kleinere Geschäfte und Erlebnis-Shopping sollen wieder mehr Kunden anlocken.

Immer weniger Kunden kommen in die Innenstädte und kaufen ihre Kliedung lieber bei Amazon und Zalando. Oder aber sie wollen deutlich günstiger kaufen und gehen zu Primark und H&M. Das bekommen vor allem die großen Einkaufsketten wie Peek undCloppenburg zu spüren. Insbesondere die fünf größten Filialen, die P&C „Weltstadthäuser“ nennt laufen schlecht. Der Umsatz, der mit mindestens 10.000 Quadratmetern geltenden Vorzeigefilialen, stagniert seit zwei Jahren bei 1,5 Milliarden Euro.

Kleinere Ladenflächen

Die neue Strategie des Unternehmens ist es darum die Zielumsätze durch kleinere Flächen wieder zu erhöhen. Denn den 138 übrigen Filialen der Kette in Deutschland, Österreich und Osteuropa geht es gut. Angefangen wird dabei in Wien, indem einige Etagen der Häuser nun z.B. an Restaurants vermietet werden.  Weitere Filialen werden folgen. Ansonsten ändert sich bei Peek & Cloppenburg so einiges. So hat sich das Unternehmen Anfang des Jahres Berater von McKinsey ins Haus geholt. Die sich vor allem Abläufe und Kosten in der Zentrale genauer ansehen.

Optimales Einkaufserlebnis

Doch Verkleinern alleine reicht nicht. Gegenüber dem Handelsblatt erzählt Geschäftsführer John Cloppenburg, das in der Unternehmensleitung gerade an weiteren Ideen für ein optimales Einkaufserlebnis gearbeitet wird. Dabei hat Peek & Cloppenburg schon einiges ausprobiert. Von Pop-up-Stores bis hin zu exklusiven Kundenveranstaltungen.

Online wird immer wichtiger

Verbesserungspotential gibt es auch in dem Onlinegeschäft von Peek & Cloppenburg. Viele Jahre hatte das Unternehmen den Trend zum digitalen Einkauf nicht ernst genommen. So wurde die Chance verpasst Online-Modeplattformen wie Zalando etwas entgegen zu setzen. Erst in letzter Zeit steigt der Online-Umsatz des Unternehmens und lag im Jahr 2017 bei 100 Millionen Euro.

Vorzeigefilialisten der Modebranche

In den 1960er- bis zu den 1990er-Jahren baute Peek & Cloppenburg massiv auf und wurde zu einem Vorzeigefilialisten in der Modebranche. Ihr Geheimnis war das breite Angebot an günstigen Eigenmarken wie Jakes bis zu den Premiummarken. Der Markt für Kleidung wurde hier für die gesamte Familie abgedeckt. Aber das funktioniert längst nicht mehr so gut. Erst vor kurzem hat das Unternehmen beschlossen keine Kindermode mehr zuverkaufen.

Festhalten an alter Kernstrategie

Zukünftig will Peek & Cloppenburg zwar an dieser alten Kernstrategie festhalten und damit weiterhin  die Mitte des Modemarktes bilden, aber der Fokus soll sich auch wieder stärker auf das konzentrieren, das P&C groß gemacht hat: ein Produktangebot mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und gut geschultes Verkaufspersonal. Ganz besonders bei dem Verkaufspersonal kann sich das Unternehmen durch den Wettebwerb im Onlinegeschäft abheben.

Familienunternehmen mit Tradition

Gegenüber konkurrierenden Unternehmen hat Peek & Cloppenburg zudem den Vorteil, dass das Unternehmen fest in Familienhand ist und über eine finanziell gesunde Basis verfügt. Die Eigenkapitalquote betrug 2017 mehr als 40 Prozent, und die Umsatzrendite des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erreichte 5,8 Prozent. Auch viele Immobilien von P&C in Deutschland gehören der Cloppenburg Familie.

Neues Konzept in Wien zu besichtigen

Wie jetzt ein neues Konzept für Peek & Clopenburg aussehen kann, lässt sich derzeit in Wien besichtigen. Die Filiale an der Kärntner Straße wurde komplett umgebaut und neu herausgeputzt. Da gibt es jetzt mehr Premiummarken von Emporio Armani über Ralph Lauren bis Hugo Boss.

 

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Link: peek-cloppenburg.de

Bild: Peek Cloppenburg

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