Während sie viele Kinder lieben, sehen Zahnärzte Schnuller oft problematisch. Die Hersteller reagieren und entwickeln zahlreiche kieferfreundliche Neuheiten. Luna Journal sprach mit einigen Unternehmen über ihre Innovationen.

„Kein Schnuller ist der beste Schnuller“, sagt der österreichische Kieferorthopäde  Dr. med. univ. et dent. Herbert Pick. „Aber wenn es einen braucht, dann gilt es, gewisse Dinge zu beachten.“ Der Experte hat den biofunktionalen Schnuller Hang Loose von Curaprox Baby entwickelt. Das Design ist ungewöhnlich. Denn der schmale Schnuller hat seitliche Flügel. So soll er laut Curaprox Verkaufsleiter Ludwig Popp nicht nur für eine optimale Entwicklung sorgen, sondern auch als Zungentrainer für die ungestörte, natürliche Sprachentwicklung dienen. „Die flache Spitze des Schnullers gibt dem Gaumen Raum, er wächst dadurch nicht in die Höhe (kein gotischer Gaumen). Das verhindert Fehlstellungen sowie Atmungs-, Schlaf- und Konzentrationsprobleme. Die seitlichen Flügel leiten den Saugdruck an die Kiefer statt an den Gaumen. Das führt dazu, dass der Zahnbogen schön rund wird. Die Silikon-Membran mit dem Natural-Breast-Feeling ist wunderbar angenehm. Die Membran bewegt sich mit, das unterstützt den natürlichen Schluckvorgang“, so Popp.

Knick im Schnuller sorgt für weniger Druck auf Zähne

Neben diesem Flügeldesign gibt es auch weitere Produktionsverfahren, die vor Fehlstellungen schützen sollen. Novatex setzt bei seiner Dentistar-Reihe auf einen kleinen Knick. Das Produkt ist unter anderem regulär bei Rossmann erhältlich. Auch hier gilt das besondere Augenmerk der Zahn- und Kieferfreundlichkeit, so Alexandra Brüggemann, Leitung Marketing Novatex: „Zusammen mit dem Facharzt für Kieferorthopädie Prof. Dr. Hinz wurde hier ein einzigartiges, zahnfreundliches Saugteil entwickelt. Das Geheimnis ist die Dental-Stufe des Dentistars, diese verringert den Abstand zwischen den oberen und unteren Schneidezähnen. In Kombination mit einem extra flachen Schaft wird 90% weniger Druck auf Kiefer und Zähne ausgeübt im Vergleich zu herkömmlichen Schnullern. Außerdem sorgt die Löffelform der Saugerspitze dafür, dass die Zunge ihren natürlichen Freiraum nach vorn behält. Somit können Zungenfehlfunktionen (z.B. Lispeln) vermieden werden.“

NUK hat neue Schnullergeneration auf den Markt gebracht

Aus den klassischen Silikon- oder Latex-Beruhigungssaugern sind Baby-Begleiter geworden, die mehr können. Auch NUK hat eine neue Schnullergeneration auf den Markt gebracht. Stephanie Schwingen, NUK International Marketing: „NUK hat als Erfinder des kiefergerechten Schnullers  eine große Verantwortung. Wir möchten für unsere kleine Zielgruppe stets das Beste anbieten. Deshalb haben wir den NUK Schnuller so optimiert, dass er dem natürlichen Vorbild – nämlich der Mutterbrust beim Stillen –  noch näher kommt, und zwar basierend auf den neusten Empfehlungen von medizinischen Experten. NUK Schnuller sind nun noch glatter, dünner und schmaler geworden und beruhigen jetzt so gut wie nie zuvor.“ Flach und flexibel sind auch die neuen MAM-Schnuller: „Unser Perfect Schnuller wurde in enger Zusammenarbeit mit Zahnärzten entwickelt. Sein Sauger ist durchschnittlich 60 Prozent dünner und viermal flexibler als herkömmliche Silikonschnuller. Dadurch bekommen die Zähne den bestmöglichen Kontakt. Kiefer und Gebiss können sich optimal entwickeln“, so MAM Marketing Manager Stefanie Ginnow.

Hersteller setzen auf Zusammenarbeit mit Ärzten und Müttern

Ein wichtiges Argument für viele Eltern beim Schnullerkauf sind medizinische Bewertungen. NUK hat 307 Mütter und 50 medizinische Experten um ihre Einschätzung gebeten. „95 Prozent der Babys akzeptieren die verbesserten NUK Schnuller und 92 Prozent der stillenden Mütter bestätigen, dass diese das Stillen nicht beeinträchtigen. Außerdem bestätigen 100 Prozent der Kieferorthopäden, dass sie keine Zahn- und Kieferfehlstellungen verursachen. Aussagen, auf die wir durchaus ein kleines bisschen stolz sind“, so Schwingen. Novatex hat seinen Dentistar drei Jahre lang in einer Klinikstudie an der Uni Witten Herdecke testen lassen. Alexandra Brüggemann: „Bei 50 Prozent der untersuchten Kinder, die den normalen (herkömmlichen) Schnuller bekamen, konnte ein offener Biss festgestellt werden. Bei 21 von 45 Kindern – jedes 2. Kind. Dagegen lag die Quote beim Dentistar bei 7 Prozent – nur drei von 45 Kindern.“ MAM setzt bei seiner Produktentwicklung auf die Zusammenarbeit mit Experten und Forschungseinrichtungen wie dem ICMRS, Kinderärzten, Entwicklungspädagogen, Zahnärzten und Hebammen.

Design ist ebenfalls wichtiges Verkaufsargument

Die medizinische Wirksamkeit ist das eine. Viele Eltern wählen die Schnuller auch nach dem Design aus. Schließlich ist der Sauger ja prominent sichtbar und soll daher auch zum Baby und seinem Outfit passen. Stephanie Schwingen von NUK: „Farben und Motive spielen beim Kauf von Babyprodukten, wie z.B. Schnullern oder Babyflaschen, eine große Rolle. Eltern erwarten heute zeitgemäße und trendige Designs, passend zur Babymode, die die Individualität ihrer Kleinen unterstreichen. Deshalb ist es wichtig, dass wir unser Sortiment regelmäßig mit neuen Motiven aktualisieren. Dabei achten wir stets auch darauf, dass Flaschen, Schnuller und Accessoires zueinander passen und stimmige Designkonzepte ergeben.“ So gibt es derzeit auch Schnuller mit Trendmotiven wie dem Flamingo, Disney-Figuren oder Klassikern wie Dinosauriern und Autos. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich Sauger mit Zusatznutzen wie zum Beispiel Leuchtschnuller. Sie können nachts schnell und einfach von Kind selbst wiedergefunden werden.

Individualisierung auch bei Schnullern ein Trend

Was bei Taschen und Shirts schon lange bekannt ist, wird nun auch bei Schnullern gerne nachgefragt: Individualisierte Exemplare mit dem Namen des Kindes machen die Sauger unverwechselbar. Bei MAM werden personalisierte Schnuller gerne zur Geburt gekauft.  Marketing Manager Stefanie Ginnow: „Erneuter Bedarf entsteht dann, wenn die Kinder in die Krippe, zu einer Tagesmutter oder in den Kindergarten gehen: Hier zeigt sich der ganz praktische Vorteil, dass individualisierte Produkte die Verwechslungsgefahr mit den Accessoires anderer Kinder minimieren.“ Bei Fragen des Designs hat das Unternehmen sein Ohr direkt am Markt. So greift MAM Anregungen von Eltern auf, die zum Beispiel über die Social Media-Kanäle eingereicht werden. Zudem werden umfangreiche Elternbefragungen durch die Marktforschungsabteilung durchgeführt. Bei NUK gibt es ein Schnuller-Atelier: Auf der Homepage können Eltern ihren Wunsch-Sauger designen. Hier kann auch das Foto des Kindes als Motiv dienen.

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Bild: Curaprox

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