Während sich die unter Fans und Followern bereits bekannten Gesichter inzwischen auch in der deutschen Werbelandschaft einen Namen gemacht haben, wächst das Interesse der Unternehmen an den kleineren Blogs. Kooperationen mit Influencern sind in aller Munde und „Blogger werden“ gilt als Traumjob der jüngsten Generation. Viele Unternehmen fragen sich da, woran sie in der Flut der Influencer qualitative und verlässliche Kooperationspartner ausmachen können.

Wiederum stehen Blogger vor der Herausforderung, sich auch im kommenden Jahr von der wachsenden Konkurrenz abzuheben. Mashup Communications, die Berliner Agentur für PR und Brand Storytelling, hat Blogger befragt, wie Unternehmen 2017 erfolgreich mit Influencern zusammenarbeiten.

Interaktion und Netzwerkpflege gehen vor Reichweite
Die meisten Unternehmen haben inzwischen verstanden, dass Influencer ein ernstzunehmender Marketing-Kanal sind, und sind mehr denn je bereit, dafür Geld in die Hand zu nehmen. Marken mit kleinerem Budget konzentrieren sich dabei gerne auf die sogenannten Micro-Influencer, die nicht mit großen Reichweiten, aber dafür einer engeren Community aufwarten. Denn es gilt: allein an den Zahlen lässt sich die Qualität eines Blogs definitiv nicht ablesen. „Vielmehr ist es das Zusammenspiel aus einer guten Reichweite, Interaktionszahlen, hochwertigen Bildern und Texten sowie die Story an sich, die entscheiden“, weiß Mia Marjanovic von heylilahey.

Starke Storys, Humor und gute Bilder: Hauptsache kreativ
Influencer leben von ihrer Kreativität. Einzigartige und interessante Kampagnen, mit denen sich Marken wirklich abheben können, entstehen nur mit dem notwendigen Freiraum. „Deshalb sollten Blogger Gegebenheiten nicht einfach hinnehmen, sondern stets Ideen hinterfragen – auch ihre eigenen“, so Adam Groffmann von travelsofadam.com. Patricia Kaiser bebildert als professionelle Fotografin ihren Blog The Kaisers selbst gemeinsam mit ihrem Mann: „Neben dem Einbringen von eigenen Ideen für die Kooperationsumsetzung und authentischen Texten mit guter Rechtschreibung setzen wir besonders auf hochwertige Bilder.“ Auch die Kooperationsbeiträge von im gegenteil leben vom Visuellen, meist in eigens produzierten Fotoshootings und immer mit einer starken und persönlichen Story versehen.

Langfristig denken und auf Gemeinsamkeiten setzen
Einige große Marken haben schon jetzt erkannt, dass Zielgruppen über längere Kampagnen und Aktionen besser involviert werden. Auf dieses Prinzip setzt der Influencer-Vorreiter dm mit seinen Marken-Insidern. Im regelmäßigen Austausch mit den oft passionierten dm-Fans lernt man sich und die jeweiligen Bedürfnisse besser kennen. Aber auch erfahrene Blogger reizt Einmaliges weniger: „Wenn es darum geht, langfristig ein Produkt zu platzieren, zeichnet Markentreue einen qualitativ passenden Influencer aus. Das ist immer spannender, als einmalig zu bewerben“, sagt die Berliner Super Mom. Auf Gemeinsamkeiten zu setzen, statt sich Konkurrenz zu machen, sieht auch Mia Marjanovic als qualitativen Indikator: „Mit Fair Fashion und Nachhaltigkeit belege ich eine Nische, in der wir Blogger uns gegenseitig unterstützen. Wir pushen uns gemeinsam, anstatt uns als Konkurrenz zu sehen – weil wir für dieselbe Sache einstehen.“

Individuell und glaubwürdig sein
Die neue Blogger-Generation hat oft eine sehr strategische Herangehensweise. Sie ist mit Social Media in der Schule oder an der Uni aufgewachsen, hat gute Marketing-Kenntnisse und weiss ganz genau, wie man eine Online-Plattform vermarktet. „Was ich dennoch in den letzten Jahren gelernt habe: Strategie hin und her, Konsistenz und sich selbst treu zu bleiben zahlt sich auf lange Sicht aus“, weiß Mia Marjanovic, die schon seit 2010 bloggt. Eben keinen Trends hinterherzurennen, den eigenen Charakter und Ansprüche hervorzuheben und sich nicht zu verstellen belohnen viele Follower mit ihrer Treue.

www.mashup-communications.de

Bild: iStock/ NKS_Imagery

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