Erstmals in diesem Jahr gibt es auf der Fachmesse eine Fläche für neue Ideen und Konzepte. Ein voller Erfolg, denn die Start-up Area ist bei ihrer Premiere bereits ausgebucht.

Die Kind+Jugend als Sprungbrett für das eigene Unternehmen: Das dürfte eines der Ziele sein, die die 16 Aussteller auf der Start-up Area der Messe verfolgen. Erstmals gibt es diese Fläche, auf der sich internationale, aufstrebende Betriebe zu günstigen Bedingungen präsentieren können. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass das Unternehmen jünger als zehn Jahre ist. Zudem muss es das erste Mal sein, dass die Firma auf der Kind + Jugend ausstellt. Das Angebot ist sehr international, von Australien, Deutschland und Frankreich über Italien und Japan bis hin zu den Niederlanden reicht das Spektrum. Ein Vorteil für die Besucher: Hier sehen sie kompakt auf einer Fläche die Trends von morgen. Denn viele der Aussteller haben sich auf angesagte Themen wie Individualität, Nachhaltigkeit oder Sicherheit spezialisiert. Die Start-up Area befindet sich in der Messehalle 11.1.

Australisches Start-up zeigt einfaches Reinigungssystem für Babywäsche

Ein Hingucker auf der Start-up Area dürfte der Strucket aus Australien sein. Dieses neue Eimersystem ist gedacht für die Handwäsche von beispielsweise Stoffwindeln oder Kinderkleidung und verspricht saubere Hände. Gründerin Kelly Lavery: „Im Dezember 2018 haben wir Strucket in Australien eingeführt. In kurzer Zeit hat sich Strucket als gefragtes Produkt in den Bereichen Erziehung, Kinderbetreuung, Behinderung, Altenpflege und Gastronomie erwiesen.  Das Ziel von Strucket ist es, sich als globale Marke zu etablieren. Die Kind + Jugend ist dafür eine ausgezeichnete Plattform.  Strucket ist einzigartig, eine Weltneuheit – es ist schwer zu glauben, dass etwas so Einfaches noch nie zuvor gemacht wurde.  Nehmen Sie den bescheidenen Eimer und kombinieren Sie ihn mit einem Sieb und einer Anschlussmechanik, um das Einweichen und Trennen ohne Hände zu ermöglichen. Es ist perfekt für moderne Stoffwindeln, Toilettentraining und all das Chaos, das ein Neugeborenes mit sich bringt.“

Start-up Area als Kontakplattform zu Kunden und Distributoren

Das Start-up Gorfion vertreibt unter dem Label My Panther farbenfrohe und hochwertige Schlauchschals, Beanies und Skihelme. Geschäftsführerin Vesselina Plesch: „Gerade für uns als Newcomer ist die Kind + Jugend eine Möglichkeit, um unsere Skihelme wie auch Textilien bekannt zu machen. Wir hoffen, viele Kontakte natürlich zu Kunden aber auch zu Distributoren, Handelsvertretern und anderen  Akteuren knüpfen zu können. Dafür erscheint uns v.a. die Start-Up Area als ideale Plattform.“ Gorfion setzt bei der Gestaltung der Produkte auf Lizenzen, die für die Inhaber eine gewisse Wertigkeit aufweisen. Plesch: „Das heißt Lizenzen, deren Aussage auch unsere Werte und die von Eltern verkörpern: Gemeinschaft, Freude, Wertschätzung, Umweltbewusstsein. Das tut Janosch, die Sendung mit der Maus und der kleine Rabe Socke natürlich auch. Wir werden nun auch noch den Grüffelo mit aufnehmen.“ Die Gorfion-Textilien sind Ökotex100 zertifiziert und werden in Deutschland produziert.

Viele niederländische Unternehmen vertreten

Lerntürme sind derzeit stark gefragt. Ursula Schreck hat 2018 unter dem Label Zaunkönig ein Multifunktionsmöbel entworfen. Durch einfaches Wenden wird daraus ein gepolsterter Hochstuhl, ein sicherer Lernturm oder ein Spielmöbel wie eine Bank. Laut Hersteller ist der Zaunkönig als Wendemöbel im Markt einzigartig, eine Patentanmeldung ist im Prozess. Gefertigt wird das Möbel in einer Stuhlmanufaktur im Erzgebirge. Die Hölzer stammen aus nachhaltiger Forstwirtschaft, verwendet werden GOTS zertifizierte Bio-Stoffe. Besonders stark auf der Start-up Area vertreten sind niederländische Betriebe. Baby Bello zeigt phantasievolle Mobiles für das Kinderzimmer. Fröhliche und praktische Spielmatten sind das Markenzeichen von By Alexandra Fabric Creations. Schlafsäcke und elastische Bänder, die Babys im Bett stabilisieren, präsentiert Fedde&Kees. Das niederländisch-deutsche Start-up bada&bou hat ein Windelsystem mit Bambus entwickelt, das den Müll reduzieren soll. Die Außenwindel ist weich und waschbar und die saugfähige Bambus-Einlage ist ebenfalls wiederverwendbar.

Bewegung als Ziel von Stapelstein-Start-up joboo

Bewegung und Gleichgewichtssinn fördern: Das wollen die Stapelsteine, die joboo auf der Start-up Area zeigt. Erfinder und Gründer Stephan Schenk: „Unsere Vision ist es, die Bewegung von Kleinkindern bis ins Jugendalter durch nachhaltige Konzepte und Produkte zu fördern und damit einen elementaren Beitrag zur Bildung und Gesundheit der Kinder zu leisten. Um diesem Ziel gerecht zu werden, müssen wir mit unseren Lösungen die Menschen erreichen, die direkten oder zumindest indirekten Zugang zu möglichst vielen Kindern haben. Das ist unser Ziel für die Kind + Jugend 2019.“ Die Stapelsteine können von beiden Seiten verwendet werden und bilden durch unterschiedliche Stapelvarianten die verschiedensten Spielzeuge und Bewegungsgeräte – oder auch einen Hocker. Schenk: „Der Stapelstein zeichnet sich sowohl durch seine vielfältige und intuitive Nutzbarkeit aus, als auch durch seine nachhaltige Produktion. Er ist außergewöhnlich leicht und sehr stabil.“

Mit wenigen Handgriffen den Kinderwagen elektrifizieren

Stéphane Vix aus Frankreich hat eine elektrische Unterstützung für Kinderwagen entworfen. Kiddyboost ist ein Antriebssystem, das schnell an einen Kinderwagen montiert werden kann und ihn in eine elektrische Variante verwandelt. Erfinder Vix: „Dies ist ein Nischenmarkt, der sich vor allem an schwere Kinderwagenkunden richtet. Das sind nicht nur Eltern (oder auch Großeltern) von Kleinkindern oder behinderten Kindern. Es sind auch und vor allem Tagesmütter, weil sie aufgrund ihrer täglichen Tätigkeit oft an Muskel-Skelett-Erkrankungen leiden.“ Kiddyboost ist dieses Jahr in Frankreich gestartet. Nun will Vix das internationale Interesse an seinem abnehmbaren Antriebssystem eruieren. „In diesem Sinne ist es sehr hilfreich, Experten aus der Babyartikelindustrie aus aller Welt zu treffen, um ihr Feedback auf der Kind + Jugend zu sammeln. Außerdem sind wir auf der Suche nach potenziellen Partnern in dieser Branche und in einigen europäischen Märkten, die uns helfen könnten, Kiddyboost im Laufe des Jahres 2020 in anderen Ländern einzuführen.“

Start-ups mit Tragetaschen und neuen Trinkflaschen

Ebenfalls für unterwegs sind die Premium-Tragetaschen gedacht, die das Berliner Start-up Rookie herstellt. Sie zeichnen sich durch hohe Alltagstauglichkeit, hochwertige Materialien und minimalistisches Design aus. Valeria Berndt, Head of Design & Product: „Rookie fertigt weltweit die ersten Kinderprodukte mit Apfel-Leder und stellt erstmals seine neue Babytrage aus Apfelleder auf der Kind + Jugend vor. Die Trage hat auch ein sehr innovatives Design – denn sie kann mit und ohne Bauchgurt getragen werden.” Fröhliches Design, einfache Handhabung und handwerkliche Fertigung prägen die Kleidungsstücke, Lätzchen und andere Textilien der japanischen Sunday Morning Factory. Auf Objekte und Spielzeug aus umweltfreundlichen Rohstoffen hat sich das französische Unternehmen Litogani spezialisiert und sie mit aufladbaren Solarzellen kombiniert. Ava aus Frankreich zeigt mit Kiddo einen Aufsatz für Fläschchen, der die Zubereitung der Babynahrung unterwegs erleichtern soll. Hohen Trink- und Atemkomfort verspricht das Babyfläschchen von Savvybaby aus Australien. Biologische Pflegeprodukte für Babys und Kleinkinder bringt Harmonianat aus Italien mit.

Tragbares Ohrthermometer von Münchner Start-up

Auf den Markt der Wearables setzt das Münchener Unternehmen Cosinuss. Es hat mit degree ein Thermometer entwickelt, das Kinder über einen längeren Zeitraum im Ohr tragen können. Gründerin und Geschäftsführerin Greta Kreuzer: „Zum einen können dadurch Eltern die aktuelle Temperatur Tag und Nacht mit nur einem Blick erkennen. Zum anderen zeigt der Temperaturverlauf Eltern, ob und wie schnell das Fieber weiter ansteigt. Diese Information macht eine souveräne Behandlung des kranken Kindes möglich. Und zuletzt ein Mehrwert, der für mich als Mutter am wichtigsten ist: Mit Hilfe des visualisierten Temperaturverlaufs meines Kindes sehe ich ganz genau, welche Auswirkungen meine Gegenmaßnahmen haben: Wie schnell und wie viel sie wirken. Das ist für mich das Feedback, das ich brauche, um eine richtige und gute Behandlungsentscheidung zu treffen. Das hat mir bis jetzt mit den anderen Thermometern gefehlt.“  Kreuzer will auf der Kind +Jugend gezielt Kunden, Partner und Distributoren für degree suchen.

 

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Link: Zum ersten Mal gibt es auf der Kind+Jugend eine Fläche für neue Unternehmen.

Bild: Rookie

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