Der glibberige Spielschleim ist bei Kindern sehr beliebt. Doch der bunte Spielspaß kann gesundheitsschädlich sein. Die Stiftung Warentest hat fünf Spielschleim-Produkte getestet.

Die Borsäure sorgt für die schleimige Konsistenz des Spielschleims. In größerer Konzentration wirkt sich diese hingegen gesundheitsschädlich auf die Kleinen aus. Die getesteten Produkte befanden sich in einem Preisrahmen von 11 bis 25 Euro.

Stiftung Warentest untersucht Spielschleim

In den Laboren des Verbraucherschützers wurde jeweils die hellgrüne Variante geprüft, da diese in jedem der erworbenen Sets enthalten war. Das erschreckende Ergebnis: Die fünf Spielschleim-Produkte geben so viel Borsäure ab, dass sie gar nicht für den Verkauf geeignet wären.

In den meisten Fällen wird die Borsäure über die Haut aufgenommen. Bei Kindern ist zudem die Aufnahme durch den Mund oder das Verschlucken des Schleims nicht auszuschließen. Durch die Verpackung, zum Beispiel in Form von Getränkedosen oder das Mitliefern von Strohhalmen wird die Annahme der Kinder, dass das Produkt auch für den Mund geeignet ist, begünstigt. Die Einnahme einer zu hohen Dosis von Borsäure kann im Körper zu Irritationen, Durchfall, Erbrechen und Krämpfen führen.

Gleiches Testergebnis bei Partnerorganisationen

Die italienischen, spanischen und britischen Partnerorganisationen der Stiftung Warentest haben Spielschleim-Produkte entdeckt, die den Grenzwert von Borsäure ebenfalls übersteigen. So traf dies auf 16 der 33 untersuchten Slimes zu.

Grenzwert für Kinderspielzeug

Von der europäischen Chemikalienagentur (ECHA) wurde die Borsäure als reproduktionstoxisch eingestuft. Daneben gelten für Kinderspielzeuge in der EU Grenzwerte. So dürfen flüssige oder haftende Spielzeugmaterialien nicht mehr als 300 Milligram Borsäure pro Kilogramm freisetzen. Die EU Grenzwerte werden deutlich von den fünf getesteten Schleim-Produkten überschritten. Drei der geprüften Spielschleime geben sogar das Dreifache an Borsäure ab.

Online-Plattform nimmt Slimes vom Marktplatz

Die Online-Plattform, auf der Stiftung Warentest die sogenannten Slimes erworben hat, nahm nach der Konfrontation mit den Ergebnissen, diese sofort von dem Marktplatz runter. So wurde den Verbraucherschützern von der Online-Plattform mittgeteilt: „Die entsprechenden Produkte sind nicht mehr erhältlich.“

Stiftung Warentest empfiehlt den Verbrauchern, „Kinder nicht der Matscherei mit den Borverbindungen auszusetzen.“ Das neue Problem ist eigentlich schon ein altbekanntes, denn 2004 warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung vor borsäurehaltiger „Hüpfknete“. Vor dem Slimes wurde bereits 1995 gewarnt. Wie die aktuellen Ergebnisse der Stiftung Warentest zeigen, hat sich wenig verändert.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

ADAC und Stiftung Warentest: Kindersitztest

Babybrei – diese Breie sind laut Test empfehlenswert

Spielen wie in der eigenen Kindheit: Die Rückkehr der Spielzeugklassiker

 

Link: Der Spielschleim Test von Stiftung Warentest

Bild: iStock

//JP