Die Nutzung moderner Technologien zur Förderung der vernetzten Zusammenarbeit steigert die Arbeitseffizienz von Mitarbeitern und erhöht die Innovationskraft von Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt die dritte deutsche Social Collaboration Studie der TU Darmstadt in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Campana & Schott.

Digitales Arbeiten ist aus dem Arbeitsalltag kaum mehr wegzudenken.  Wie stark in deutschen und schweizer Unternehmen bereits moderne Technologien zur digitalen Kommunikation im Arbeitsalltag eingesetzt werden, untersuchte nun bereits das dritte Jahr in Folge die Deutsche Social Collaboration Studie des Fachgebiets Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Campana & Schott. Befragt wurden insgesamt rund 1.500 Teilnehmer unterschiedlichster Unternehmensgrößen und Branchen.

Anhand verschiedener Szenarien wurden die Studienteilnehmer zu den wichtigsten Bereichen ihrer täglichen Arbeit befragt, beispielsweise wie sie Dokumente austauschen oder nach einem Experten im Unternehmen suchen. Mit Hilfe dieser Szenarien konnte das Studienteam den sogenannten Social-Collaboration-Reifegrad bestimmen. Dieser zeigt, wie stark aktuelle digitale Technologien verwendet werden.

Vernetzte Zusammenarbeit: Digital schlägt analog

Zentrales Ergebnis der Studie: Im Vergleich zum Vorjahr stieg der über alle Szenerien errechnete Reifegrad auf einer Skala von 1 (keine Nutzung) bis 7 (ausschließliche Nutzung digitaler Technologien) von 3,28 auf 3,96. Das heißt, dass mehr digitale als analoge Tools zur Bewältigung des Arbeitsalltags genutzt werden. Während Mitarbeiter beispielsweise bei der Suche nach Experten im Unternehmen oder zum Austausch in Interessengruppen nach wie vor auf den persönlichen Austausch setzen, findet bei der firmeninternen Informationsweiterleitung oder die Bearbeitung von Anträgen und Formularen der höchste Technologieeinsatz statt. Dabei überrascht es nicht, dass es im Vergleich der Branchen erhebliche Unterschiede bei der Nutzung von Social-Collaboration-Tools gibt. So liegt die IT mit einem Reifegrad von 4,89 deutlich vor den anderen Branchen, dicht gefolgt von der Chemie- bzw. Pharmabranche (4,22) sowie der Kommunikationsbranche (4,15). Im Gegensatz dazu beträgt der Reifegrad im Gesundheitswesen lediglich 3,74.

Je größer das Unternehmen, desto weiter die digitale Transformation

Digitalisierungsprojekte zahlen sich häufig in Form einer stärkeren Technologienutzung und damit auch einer höheren Arbeitseffizienz aus. Dementsprechend ist der Reifegrad in Unternehmen mit vielen bereits abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben mit 4,5 deutlich höher als der Reifegrad von 3,4 bei Teilnehmern, für die Digitalisierungsprojekte bislang keine Rolle gespielt haben. Die Studienergebnisse zeigen, dass ein Zusammenhang zwischen der Unternehmensgröße und dem Digitalisierungsfortschritt besteht. Je größer ein Unternehmen ist, desto weiter ist die digitale Transformation fortgeschritten. Vor allem bei mittelständischen Unternehmen besteht dagegen bei der Planung und Umsetzung von Digitalisierungsprojekten Nachholbedarf.

Hoher Reifegrad = gesteigerte Arbeitseffizienz

Mit dem Einsatz von Social-Collaboration-Tools wollen rund 56 Prozent aller befragten Mitarbeiter mit Führungsverantwortung die Innovationskraft stärken, Kosten reduzieren und die Mitarbeiterbindung im Unternehmen erhöhen. Die Studienergebnisse belegen: Ein stärkerer Technologieeinsatz führt zu einer höheren Arbeitseffizienz und einer damit einhergehenden Kostenreduktion. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass jeder Zweite unzufrieden mit der technischen Ausstattung seines Arbeitsplatzes ist. So ist zum Beispiel eine verbesserte Work-Life-Balance die wichtigste Anforderung an den digitalen Arbeitsplatz der Zukunft. Unternehmen sollten daher prüfen, an welchen Stellen Verbesserungsmöglichkeiten erarbeitet werden können um die Zufriedenheit einerseits und die Arbeitseffizienz andererseits zu steigern, beispielsweise durch die stärkere Integration des Home Office in den Arbeitsalltag oder die Reduktion von Stress durch die Entlastung von Routineaufgaben mittels Automatisierung.

Mitarbeiterbindung durch Social-Collaboration-Tools erhöhen

Der steigende Einsatz von Social-Collaboration-Tools macht sich bemerkbar: Jeder zweite befragte Mitarbeiter berichtet von einer veränderten Unternehmenskultur.  Vor allem die Zusammenarbeit und Kommunikation über verschiedene Teams und Abteilungen sowie über Hierarchieebenen hinweg haben zugenommen, auch der Austausch und die Umsetzung innovativer Ideen wurde durch die Nutzung dieser digitalen Werkzeuge gesteigert. Ebenso gaben 36 Prozent der Befragten an, dank Social-Collaboration-Tools motivierter zu arbeiten und sich in höherem Maße dazu befähigt fühlen, neue Herausforderungen anzugehen. Darüber hinaus fühlen sich die Mitarbeiter stärker als Teil des Unternehmens und verstehen dessen Vision sowie den eigenen Beitrag dazu besser. Somit bringt der Einsatz von digitalen Technologien auch auf persönlicher Ebene wesentliche Mehrwerte: Die Freude an der Arbeit erhöht nicht nur die Mitarbeiterbindung, sondern wirkt sich auch positiv auf die Ergebnisse der Arbeit aus.

Studie: Social-Collaboration-Tools

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Link: http://www.collaboration-studie.de/

Bilder: Campana & Schott, pixelfit /istock

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