Knapp 88 Prozent des gesamten E-Commerce Umsatzes entfällt in Deutschland auf die Top-1000-Onlineshops. Amazon, Otto und Zalando führen mit weitem Abstand die Liste an, so eine Studie des Handelsforschungsinstituts EHI.

Allein Amazon erzielte 2017 hierzulande einen Umsatz von 8,8 Milliarden Euro, bei Otto waren es 3 Milliarden und bei Zalando 1,3 Milliarden. Auf Platz 17 folgte mit myToys ein Onlinehändler aus dem Kinderwarensegment. Insgesamt erwirtschafteten die Top-1000-Onlineshops im letzten Jahr 42,8 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 8,1 Prozent. Damit wächst der Markt zwar weiterhin, aber deutlich langsamer. Denn 2016 betrug das Plus noch 11,4 Prozent. Es waren laut EHI vor allem die großen Player, die das Umsatzwachstum maßgeblich gestemmt haben. Alleine die Top 10-Shops machten mit 17,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 15,7 Mrd. Euro) einen Umsatzanteil von mehr als 40 Prozent aus. 31 Prozent entfielen auf die der Plätze 11 bis 100 im Ranking. Die Ränge 101 bis 500 erzielten noch einen Anteil von knapp 20 Prozent und die übrigen Shops auf den Plätzen 501 bis 1.000 machten mit 3,7 Mrd. Euro einen Umsatzanteil von knapp neun Prozent.

Wachstum der Top-1000-Onlineshops wird vor allem durch die großen getragen

Damit setzt sich ein Trend weiter fort. Bereits in den vergangenen Jahren wurde deutlich, dass es kleinere Onlinehändler im umkämpften E-Business-Markt schwerer haben. Der Umsatz im E-Commerce steigt zwar, aber die Branche konzentriert sich verstärkt nach oben. „Das Marktwachstum wird überproportional von den umsatzstärksten Händlern getrieben“, so Christoph Langenberg, Data Analyst & Projektleiter Forschungsbereich E-Commerce des EHI. Der Experte fand zudem heraus, dass wieder mehr Unternehmen Marktplätze als zusätzlichen Vertriebskanal nutzen. 43 Prozent der Top-1000-Onlineshops verkaufen auch auf Amazon, das sind sieben Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. 35 Prozent sind auch auf Ebay aktiv. „Immer mehr große Onlinehändler betreiben selbst Marktplätze, die wiederum von anderen vermehrt genutzt werden, um von der größeren Reichweite zu profitieren“, erläutert Langenberg.

Facebook verliert, Instagram gewinnt

Er hat auch die Social Media Präsenz der Shops unter die Lupe genommen. Besonders deutlich hat demnach Instagram dazugewonnen. Hier sind 70,4 Prozent der Top-1000-Onlineshops zu finden. Immer noch führend, aber deutlich nachgelassen hat die Nutzung von Facebook. Während 2016 noch 95,1 Prozent führenden Onlineshops auf Facebook aktiv waren, ist die Verbreitung in 2017 auf 91,6 Prozent gesunken.

 

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Link: Das Handelsforschungsinsitut EHI hat den Umsatz der 100 größten Onlineshops in Deutschland grafisch dargestellt

Bild: Otto

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