Seit Jahresbeginn gilt das neue Verpackungsgesetz. Ziel ist weniger Müll und mehr Recycling. Wir haben uns bei Unternehmen der Branche umgehört, wie sie mit der neuen Regelung umgehen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze gibt die Marschrichtung vor beim neuen Verpackungsgesetz: „Unser Ziel sind weniger Plastikverpackungen und mehr Recycling. Dafür brauchen wir alle Beteiligten – Hersteller, Handel und Verbraucher. Mit dem neuen Gesetz werden wir in Deutschland künftig deutlich mehr recyceln als bisher.“ Seit dem 1. Januar gelten daher strengere Vorschriften. Bei Verpackungsabfällen wurde die Recyclingquote erhöht. Künftig sollen 58,5 Prozent der Kunststoffverpackungen wiederverwendet werden statt bislang 36 Prozent. Bei Metallen, Glas und Papier wurde die Quote auf 90 Prozent erhöht. Zudem sollen ökologischere Verpackungen bei den Lizenzentgelten für die dualen Systeme weniger kosten. Darüber hinaus werden Mehrwegverpackungen gefördert. Hersteller und Vertreiber von Verpackungen sind verpflichtet worden, sich an einem Rücknahmesystem zu beteiligen. Über die Einhaltung, Registrierung  und Kostenbeteiligung der Unternehmen wacht die neue „Zentrale Stelle Verpackungsregister“. Was bedeuten die neuen Regelungen für die Branche rund um Kinderausstattung?

Tausendkind erwartet durch Verpackungsgesetz sinkende Gebühren

Für den Online-Kinder- und Babyausstatter tausendkind erwarten die beiden Gründerinnen Dr. Anike v. Gagern und Dr. Kathrin Weiß nur geringe Auswirkungen. „Für uns gibt es keine sehr großen Änderungen. Wir waren auch vor dem neuen Verpackungsgesetz bereits bei einem dualen System gemeldet und haben so unsere Lizenzgebühren gezahlt. Da der Gesetzgeber die Zentrale Stelle eingerichtet hat, haben wir einen größeren administrativen Aufwand, da auch hier, neben dem Dualen System, die Jahresmeldungen abgegeben werden müssen.“ Einfluss auf die Verpackungen des Onlineshops hat das neue Gesetz nicht, sie sollen weiterhin so bleiben wie bisher. Zudem rechnet das Unternehmen mit einer positiven Auswirkung des Gesetzes: „Durch das neue Gesetz wird die Registrierung der betroffenen Unternehmen geprüft, d.h. es werden sich um das vielfache mehr Unternehmen an den gesamten Entsorgungskosten beteiligen. Dadurch erwarten wir in gewissen Maßen eine Senkung der Lizenzgebühren für jedes einzelne Unternehmen.“

Umweltschutz hat für löwenzahn organics große Bedeutung

Der Nahrungshersteller Löwenzahn organics hat seine Verpackungen registrieren lassen und begrüßt das neue Verpackungsgesetz. Gründerinnen Liz Sauer Williamson und Carmen Lazos Wilmking: „Wir freuen uns sehr darüber, denn das ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung in Bezug auf nachhaltigere Verpackungen – ein Punkt, der uns schon immer an am Herzen liegt! Aufgrund Regulationen in der Lebensmittelindustrie haben unsere Verpackungen allerdings zum Beispiel immer noch mehr Plastik, als wir es uns in einer idealen Welt wünschen würden, auch wenn wir schon viele wiederverschließbare Verpackungen nutzen. Hier arbeiten wir noch an der „perfekten“ Lösung!“ Für sie ist der Gesetzes-Gedanke enorm wichtig. „Umweltschutz und nachhaltiges Handeln sind für uns ein Teil unserer Firmenidentität – wir legen besonders großen Wert darauf, nur mit ausgewählten Zulieferern zusammen zu arbeiten, bei denen wir uns sicher sein können, dass die höchsten Standards in der Qualität der Rohstoffe und im Bereich der ökologischen Landwirtschaft erfüllt werden.“

 

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Link: Das neue Verpackungsgesetz gilt seit dem 1. Januar 2019 – viele Unternehmen der Branche reagieren gelassen darauf.

Bild: Pixabay

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