Eigentlich wollte windeln.de Anfang 2019 den Break-Even auf Basis des bereinigten EBITs erreichen. Doch vor allem die Geschäftsentwicklung in China macht diesen Plan zunichte.

Seit geraumer Zeit wird bei windeln.de restrukturiert. Das Unternehmen hat das unprofitable Osteuropa-Geschäft verkauft und den defizitären italienischen Shop geschlossen. Zudem wurde der Personalbestand verkleinert, von mehr als 400 auf 218 aktive Vollzeitäquivalente zum 30. September 2018. All das sparte Kosten ein. Aber das Ziel, in die Gewinnzone zu kommen, konnte der Onlinehändler noch nicht erreichen. Eigentlich war der Break-Even für Anfang 2019 angepeilt. Als Grund für die Verzögerung führt windeln.de vor allem das chinesische Geschäft an. Das habe sich zwar verbessert, lag aber im vierten Quartal 2018 noch nicht auf Vorjahresniveau. Im zweiten und dritten Quartal sei der Umsatz im Reich der Mitte vor allem durch vorübergehend strengere Zollkontrollen und Produktneueinführungen beeinträchtigt worden, so das Unternehmen. windeln.de plant zur Belebung des China-Geschäftes eine Produkt- und Vertriebs-Diversifikationsstrategie. So werden die vielversprechende Kategorie „Beauty“ und weitere Marktplattformen hinzugefügt. Denn Beautyprodukte sind im grenzüberschreitenden Onlinehandel nach China sehr gefragt.

windeln.de benötigt weiteres Kapital für die Restrukturierung

Zudem eröffnet das Unternehmen Anfang diesen Jahres ein zweites permanentes Zollager in China. Diese Maßnahmen sollen dem chinesischen Geschäft helfen, sich zu erholen. Damit sich das Geschäft in Europa verbessert, plant windeln.de die Erweiterung von Produktkategorien und weitere Senkungen der Vertriebs- und Verwaltungs-Kosten. Zudem verspricht man sich positive Effekte durch organisatorische Verbesserungen und den geplanten Umzug des Zentrallagers im Jahr 2020. Nichtsdestotrotz wird frisches Kapital für die weitere Restrukturierung benötigt. Daher wird es am 9. Januar eine außerordentliche Hauptversammlung geben. Dann soll eine ordentliche Kapitalherabsetzung durch einen umgekehrten Aktiensplit beschlossen werden. Durch die Kapitalherabsetzung wird das aktuelle Grundkapital der Gesellschaft von über 31 Millionen Euro um mehr als 28 Millionen Euro auf 3.113.647 Euro reduziert. Die Differenz soll verwendet werden, um Verluste auszugleichen. Zudem soll das Grundkapital erhöht werden. Große Aktionäre von windeln.de haben signalisiert, dass sie sich an einer solchen Kapitalmaßnahme beteiligen würden.

Lichtblicke im vierten Quartal

Insgesamt erwartet der Konzern für die zurückliegenden Monate positive Ergebnisse. windeln.de rechnet für das vierte Quartal im Vergleich zum dritten Quartal mit einem Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich. Gründe dafür sind vor allem wichtige Verkaufsereignisse wie der Black Friday in Europa sowie in China der Singles‘ Day und Alipays Shopping Holiday. Darüber hinaus rechnet der Konzern mit weiteren Strukturverbesserungen in den Margen, den Vertriebs- und Verwaltungs-Kosten sowie ein verbessertes Nettoumlaufvermögen.

 

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Link: Eine außerordentliche Hauptversammlung soll frisches Kapital für windeln.de bringen

Bild: istock

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