Der Onlinehändler Zalando will noch stärker eine Produkt-Plattform werden. Der Anteil des Bruttowarenvolumens durch Partner soll sich von derzeit zehn Prozent vervierfachen.

Im letzten Jahr hat Zalando sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Über 15.500 Mitarbeiter sind bei dem Unternehmen tätig. Mit über 26 Millionen Kunden und mehr als 110 Millionen Bestellungen erzielte der Konzern rund 5,4 Milliarden Euro Umsatz. Potenzial für die Zukunft sieht Handelsriese vor allem darin, sich als Online-Plattform zu positionieren. Co-CEO Robert Gentz: „Unsere Plattformstrategie zeichnet sich durch eine starke Kundenorientierung und klare Prioritäten aus. Wir sind überzeugt, dass dies der richtige Weg zum Erfolg ist. Wir werden noch intensiver daran arbeiten, Zalando zu dem Ort zu machen, an dem Kunden ihre Suche nach Mode beginnen.“ Daher wird der Konzern sein Partnerprogramm weiter ausbauen. Über dieses Programm können Marken ihre Produkte über die Plattform direkt an den Kunden verkaufen. Im Geschäftsjahr 2018 machten das mehr als 250 Partner und trugen so etwa 10 Prozent zum Bruttowarenvolumen bei. Dieser Anteil soll bis 2023/2024 auf bis zu 40 Prozent steigen.

Zalando hat Eigenmarken-Bereich zLabels aufgelöst

Co-CEO David Schneider: „Wir unterstützen Marken dabei, digital erfolgreich zu sein, indem wir ihnen Zugang zu Kunden in ganz Europa verschaffen. Marken profitieren von unserer Expertise und können so in ihr eigenes Wachstum investieren.“ Klar ist: Diese Fokussierung auf Partnermarken geht zu Lasten der Eigenmarken. Dieses Sortiment mit Labels wie Kiomi oder Mint&Berry wird überarbeitet. Zudem ist das Eigenmarkengeschäft der hauseigenen Dachmarke zLabels zum 1. April 2019 aufgelöst worden. Schneider weiter: „zLabels wurde 2010 gegründet, um Lücken im Sortiment zu füllen und unseren Kunden Produkte zur Verfügung zu stellen, die nicht von unseren Partnermarken angeboten wurden. In den vergangenen zehn Jahren ist unser Geschäft sowohl für Kunden als auch für Marken attraktiver geworden. Da wir unsere Plattformstrategie weiter vorantreiben und stetig neue Marken und Hersteller mit vertikalem Konzept integrieren, haben wir beschlossen, unser Sortiment – einschließlich unserer eigenen Marken – weiterzuentwickeln.“ Die elf Eigenmarken werden zunächst beibehalten und sollen später überprüft werden.

Kundenbindungsprogramm soll international weiter ausgebaut werden

So bündelt der Konzern nun das Eigenmarken- und Partnermarken-Sortiment innerhalb der Zalando SE. Ein Großteil der 550 zLabels-Mitarbeiter wechselt in den Zalando Fashion Store oder bekommt vergleichbare Positionen innerhalb des Unternehmens angeboten. Diese Änderungen sind für den Onlinehändler ein Schritt auf dem Weg zu dem Ziel, die erste Anlaufstelle für Mode zu werden. Dafür soll weiter in maßgeschneiderte Angebote für die Kunden und ein optimales Einkaufserlebnis investiert werden. Auch durch die internationale Expansion des Kundenbindungsprogramms Zalando Plus will das Unternehmen noch tiefere Kundenbeziehungen aufbauen. Im laufenden Jahr soll Zalando Plus in zwei weiteren Ländern gestartet werden.

 

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Link: Zalando will stärker eine Handels-Plattform werden und hat daher sein Eigenmarken-Konzept geändert.

Bild: Zalando

//KH