In der Regel haben Eltern von Kindern im Beikost-Alter die Wahl zwischen Gläschen oder Selberkochen. Nun mischen neue Player im Babybrei-Markt mit: In der jüngsten Zeit haben sich neue Unternehmen gegründet, die Alternativen anbieten. Vom Brei in der Quetschie-Packung bis hin zur Tiefkühlkost reicht das Angebot.

Für Sandra Peralta, Gründerin von Little Leaf, war klar: „Mein Ziel ist es, frischen Babybrei anzubieten, der schmeckt und sich von dem abhebt, was das Sortiment bisher zu bieten hat.“ Daher begann sie, nach der Geburt ihres zweiten Kindes Babybrei selbst frisch zu kochen. Die damalige Inhaberin einer Cateringfirma entwickelte alle Rezepturen selbst und gründete Anfang diesen Jahres Little Leaf. Statt mit Hitze konserviert sie mit dem Hochdruck-Verfahren HPP: „Little Leaf ist eine der ersten Babynahrungen aus Deutschland, die mit diesem Verfahren haltbar gemacht wird.“ Das mache ihre Beikost für Kinder ab fünf Monaten frischer und geschmackvoller. Mittlerweile hat Peralta ihre Produkte auf der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel „Biofach“ vorgestellt und ist begeistert von der Resonanz: „Die Leute freuen sich über neue frische Ideen in diesem Bereich, denn in den letzten Jahren hat sich hier wenig getan.“ Es sind Geschichten wie diese, die oft junge Gründer dazu motiviert, Bewegung in den Markt rund um den Babybrei zu bringen.

Abo-Vertriebsmodell mit tiefgekühlten Breien

Das Nürnberger Unternehmen Babyviduals beispielsweise bietet tiefgekühlte sortenreine Babynahrung in Bio-Qualität an. Die Produkte werden dampfgegart, fein püriert und danach in kleinen Portionen schockgefrostet. Erhältlich sind die Breie in fast 200 Fachgeschäften sowie im Onlineshop – dort kosten 300 Gramm Bio-Zucchini 3,70 Euro. Auf den Vertrieb via Brei-Abo setzt das zwei Jahre junge Berliner Unternehmen Nuri. Ihr Babybrei wird ebenfalls schockgefrostet, um so Vitamine, Ballaststoffe, Geschmack, Farbe und Konsistenz zu erhalten. In einer speziell gekühlten Transportverpackung können sich Eltern in ganz Deutschland die Breie nach Hause liefern lassen. Ein Abo mit 18 gemischten Breien à 190 Gramm kostet 44 Euro.

Quetschbeutel für Breie mit schonendem HPP-Verfahren

Wie stark das Bedürfnis junger Eltern nach Alternativen zum herkömmlichen Angebot ist, zeigt die Erfolgsgeschichte von Tummy Love: Im März 2018 starteten die drei Gründer Sebastian Haupt, Hannah Schmitz und Johannes Papp mit dem offiziellen Verkauf über ihre Website. Bereits zwei Wochen nach Vorverkaufsstart waren fast 5.000 Portionen Babybrei vorbestellt. Das Team arbeitet ebenfalls mit schonender Hochdruckkonservierung und hat dafür ein spezielles Verpackungskonzept entwickelt: „Wir haben uns bewusst für Quetschbeutel entschieden, da für unser innovatives Hochdruck-Konservierungsverfahren (HPP) nur eine flexible Verpackung in Frage kommt. Glas würde dem unglaublich hohen Druck einfach nicht standhalten! Deshalb versuchen wir, das Beste aus den Quetschbeutel herauszuholen und verwenden im Gegensatz zu den meisten anderen Anbietern kein Aluminium – natürlich sind sie auch frei von schädlichem BPA. An unserem Versandkonzept haben wir über 10 Monate zusammen mit Spezialisten gearbeitet. Das Ergebnis: Ein doppelter Karton, ausgelegt mit Isoliermatten aus Zelluloseflocken und natürlich Kühlakkus. So können wir sogar im Sommer eine 48-stündige Kühlkette garantieren.“  Um Verpackungen und Kühlakkus nicht zu verschwenden, bietet Tummy Love eine kostenlose Rückholschleife für Versandmaterial und leere Quetschbeutel an.

Das Team von Tummy Love mit ihrem brei in der Quetschbeutel-Verpackung
Das Team von Tummy Love mit ihrem Brei in der Quetschbeutel-Verpackung

Auf der Suche nach interessierten Händlern und Supermärkten

Der Vertrieb steckt bei den jungen Unternehmen sprichwörtlich noch in den Kinderschuhen. Tummy Love ist zurzeit nur über den eigenen Online-Shop erhältlich. Das soll sich laut den Gründern aber bald ändern: „Denn wir sind gerade dabei, nach interessierten Einzelhändlern und selbstständigen Stores zu suchen, die gerne mit uns und unseren Produkten zusammenarbeiten würden. In Zukunft werden sie dann sicher auch in Supermärkten zu finden sein.“ Sandra Peralta von Little Leaf will mit dem Verkauf ihrer Produkte im Juni starten – ganz bewusst über ihren Online-Auftritt: „Vorranging möchten wir unsere Produkte über die Website www.littleleaf.de vertreiben. Langfristig planen wir, in ausgewählten Bio-Supermärkten erhältlich zu sein.“

Rasanter Start mit Unterstützung von Business-Angeln

Vom Start direkt in die Regale großer Bio-Supermarktketten wie Alnatura, Denns oder BioCompany kamen dagegen die Produkte von Löwenzahn Organics. Das Unternehmen wurde von den Eltern Liz Sauer Williamson, Tobias Thamm, Carmen Lazos Wilmking gegründet und stellt Milchpulver sowie Getreidebrei her. Ihr USP ist der ganzheitliche Ansatz, gesunde und ökologisch verantwortliche Ernährung möglichst früh an Familien heranzuführen: „Unsere Philosophie ist es, unseren Kunden auf Augenhöhe zu begegnen und sie umfassend zu informieren. Die Bio und Demeter-zertifizierten Inhaltsstoffe unserer Milchnahrungen und Breie sind auf der Packung transparent und ganzheitlich nachvollziehbar. Auf jeder Packung befindet sich unser Löwenzahn Organics Transparenz Code, mit dem die Herkunft der einzelnen Zutaten zurückverfolgbar ist. So erfahren Eltern, woher unsere Rohstoffe stammen. Transparenz Codes, um Zutaten rückzuverfolgen, sind bisher einzigartig im Bereich Babynahrung und Beikost“, so die Gründer.

Löwenzah Organics
Die Gründer von Löwenzahn Organics

500 Gramm Pre-Anfangsmilch für 14,99 Euro

Sie setzten zudem auf die Unterstützung von Business Angels, „die Experten in der Lebensmittelindustrie und -handel sind und uns mit Rat und Tat zur Seite standen und stehen.“ Mittlerweile sind die Breie von Löwenzahn Organics in über 1.000 dm-Märkten sowie in den 46 Globus SB-Warenhäusern gelistet. Im Mai erfolgt der Start in über 600 Filialen der österreichischen BIPA Drogeriemärkten. Auch über die eigene Homepage wird gut verkauft. Hier kosten 500 Gramm Folgenahrung 14,99 Euro und 150 Gramm 4-Korn-Brei 4,99 Euro, zudem gibt es Abos und Vorteilspakete. Das Team blickt begeistert zurück auf die noch junge Firmengeschichte: „Seit unserem Verkaufsstart im Juni 2017, also in knapp 10 Monaten, haben unsere Produkte bereits in einigen Tausend Familien Ihren Platz gefunden, was weit über unseren Erwartungen liegt und worüber wir uns sehr freuen.“ Die Rückmeldung ihrer Kunden dürfte der Hauptgrund sein, weshalb sich derzeit viele junge Unternehmen anschicken, den etablierten Platzhirschen Konkurrenz zu machen: „Wir erfahren begeistertes Feedback von unseren Kunden, die tatsächlich eine emotionale Beziehung zu unseren Produkten aufbauen, da es Ihnen sehr am Herzen liegt, was sie auf den Speiseplan ihres Nachwuchs schreiben und wo die Nahrung herkommt.“

 

Link: www.littleleaf.de ; www.tummylove.de ; www.loewenzahnorganics.com

Bild: Little Leaf, Tummy Love, Löwenzahn Organics

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