Babys Zimmer wird immer digitaler: Heute besitzen 23 Prozent aller Eltern laut Statista ein Babyphone mit Kamera. Übertragen diese Geräte Signale wie Bild oder Ton an ein Smartphone, sind sie Teil des Internet of Things (IoT). Der Umsatz mit dieser vernetzten Technik boomt: Auf rund 1,8 Milliarden Euro wird der Umsatz im Bereich Smart Home allein in deutschen Haushalten geschätzt. Davon profitiert auch der Markt rund um die digitale Baby-Ausstattung.

Umsatzzahlen für den deutschen Markt gibt es nicht, viele Aussteller der Kind+Jugend 2017 berichteten von starker Nachfrage. Luana Mooibroek, Business Development Manager bei Motorola Baby Europe: „Wir haben bisher ausgesprochen positives Feedback erhalten. Die Produkte sind derzeit gut im Markt platziert und sind bei Fachleuten der Baby & Kleinkind-Branche hoch anerkannt, was sicherlich zu positiven Verkaufszahlen beigetragen hat.“

Im Bereich Smart Nursery monitoren viele der digitalen Helfer Signale des Babys oder des Kinderzimmers. Das klassische Babyphone hat sich zu einer smarten Lösung entwickelt, die Bilder, Gesundheitswerte und Geräusche auf das Smartphone überträgt. Über eine App können Eltern von überall her darauf zugreifen, die Kameraperspektive verändern, mit dem Baby sprechen, Schlaflieder einspielen, die Raumtemperatur überprüfen oder Videos aufnehmen. Möglich ist auch das Erfassen und die Analyse verschiedener Werte wie Geräusche, Bewegung, Temperatur, Feuchtigkeit und Schlafverhalten. Auf Wunsch erinnert das System an Wickel- oder Fütterzeiten. Bei Motorola Smart Nursery können zudem per Smartphone weitere Features wie Geräusch- und Lichtprojektoren, Luftbefeuchter, Waage oder Fensterschutz gesteuert werden. Die digitalen Helfer gibt es auch in Kuscheltierformat – wie zum Beispiel E-zzy, die Weiterentwicklung der auf der Kind+Jugend 2016 preisgekrönten Einschlafhilfe Whisbear. Der ab Frühjahr 2018 erhältliche Kuschelbär sendet auf Wunsch ein Alarmsignal ans Handy, wenn das Baby schreit, kann über die App gesteuert werden und das Baby beruhigen.

Sehr gefragt vor allem in Übersee sind Wearables. Diese Kleidungsstücke mit hoher Funktionalität trägt das Baby direkt am Körper. Auf dem Markt gibt es von Monbaby digitale Bewegungsmelder, die an den Body geklipst werden oder auch Socken von Owletcare, die Vitalfunktionen wie Herzfrequenz und Sauerstoffgrad messen und diese ans elterliche Smartphone senden. Strampler von mimo überwachen Atmung, Schlafstatus und –position sowie weitere Werte des Säuglings. Allein bei Baby-Wearables schätzen Experten den weltweiten Umsatz derzeit auf rund 900 Millionen US Dollar.

Gründe für smarte Babyphones, vernetzte Thermometer und am Baby tragbare Bewegungsmelder gibt es viele. Es sind die Digital Natives, die jetzt Eltern werden, wie selbstverständlich mit Smartphone und vernetzter Technik umgehen, und diese Lösungen ganz natürlich auch im Kinderzimmer einsetzen. Wenn sie im Büro oder auf Dienstreise sind, können sie dennoch ihr Baby sehen. Viele frischgebackene Mütter und Väter sind zudem in Sorge um die Gesundheit ihres Neugeborenen. Sie wollen beispielsweise Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod wie Bauchlage oder hohe Temperaturen vermeiden. Owletcare bietet für seine smarten Socken eine digitale Plattform an, auf der die Daten des Babys zusammenlaufen: „Indem wir Eltern diese Informationen zugänglich machen, bemühen wir uns, die Gesundheit des Kindes zu verbessern und eine gute Basis für seine zukünftige Entwicklung zu setzen“, so Dr. Ken Ward, medizinischer Direktor von Owlet. Zuzanna Sielicki hat die digitale Einschlafhilfe E-zzy gemeinsam mit ihrer Schwester Julia entwickelt: „Unser Ziel ist es, Babys und Eltern einen guten Nachtschlaf zu ermöglichen. Eltern haben zudem eine technologisch fortgeschrittene, sichere und effektive Hilfe in den ersten Tagen, Wochen oder Monaten.“

Kinderarzt Dr. med. Hermann Josef Kahl, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, hat in seiner langjährigen Praxis zahlreiche Eltern beraten. Für ihn kommt es auf den individuellen Fall an, welche Geräte sinnvoll sind: „Die neuen digitalen Produkte können für Eltern ein echtes Plus sein. Wenn sie sich Sorgen um ihre Kinder machen – sei es wegen einer medizinischen Indikation oder schlichtweg, weil es das erste Kind ist – beruhigen diese Lösungen. Aber ich habe auch schon oft Eltern erlebt, die sehr verunsichert waren ob der vielen Daten, die die Geräte ausgegeben haben. Hier wünsche ich mir Händler, die gut beraten und Vätern und Müttern den verantwortungsvollen Umgang mit den technischen Neuheiten zeigen. Die Eltern sollten auf jeden Fall den Nutzen der Geräte mit ihrem betreuenden Kinder- und Jugendarzt besprechen und sich nicht in 100%iger Sicherheit wiegen.“

Ein wichtiges Thema, das viele Eltern bei der Auswahl der digitalen Lösung beschäftigt, ist die Datensicherheit. „Die mit Motorola verbundenen Produkte arbeiten mit einem sicheren Cloud-Service namens Hubble Connected“, so Luana Mooibroek. NUK setzt auf eine sichere Verbindung über alle Heim- und Mobilfunknetze und Datenschutz durch individuellen UID-Code. Hersteller können sich zudem beim TÜV Rheinland mit zwei neuen Zertifikaten ausstatten lassen: „Protected Privacy IoT Product“ bewertet Geräte und dessen Datenübertragung, „Protected Privacy IoT Service“ steht für den sicheren Umgang des Herstellers mit den Daten.

Bilder: Motorola Baby/ Whisbear / Monbaby

 

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