Eine Studie des IFH Köln zeigt: Was die Eltern tragen, trägt gern auch ihr Kind. Aber lässt sich die Kindermodebranche wirklich so sehr von Erwachsenentrends inspirieren? Das Luna Journal hat nachgefragt.

Kinder und Jugendliche kleiden sich immer häufiger so wie ihre Eltern. Das ist ein zentrales Ergebnis des kürzlich veröffentlichten Branchenfokus Kinderbekleidung des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln. Demnach setzen sich Trends, sich wie die Eltern zu kleiden, zunehmend durch. Die Hersteller reagieren darauf, indem sie immer häufiger Kleidung anbietet, die der Erwachsenenmode ähnelt.

Anforderungen an Kinderbekleidung im Wandel

Einer dieser Hersteller ist beispielsweise die schwedische Modekette H&M. Neben vielen verspielten und kindlichen Designs bietet der Handelsriese eben auch Kinderkleidung an, die sich in Form, Schnitt und Design an den Trends für Erwachsene orientiert. „Es ist unsere Aufgabe, der Außenwelt bewusst zu sein, Verkaufsstatistiken zu beachten und auf unsere Kundenwünsche einzugehen. Der Kunde steht bei allem, was wir tun und bei allen Entscheidungen, die wir treffen, im Mittelpunkt – unser Angebot spiegelt dies wider“, heißt es seitens H&M.

Tatsächlich stellen vor allem die sogenannten Millennial-Eltern (geb. zwischen 1980 und 2000) heutzutage ganz andere Anforderungen an den Baby- und Kinderbekleidungsmarkt, als die Generationen davor. Millennials sind Trendbewusster, verfügen über mehr Geld und sind bereit, dies auch für ihre Kinder auszugeben. Laut einer Marktanalyse der Unternehmensberatung Edited möchten die Eltern dieser Generation nicht nur Kindermode kaufen, die ihrem persönlichen ästhetischen Empfinden genüge tut, sondern die auch mit ihren Wertvorstellungen vereinbar ist.

Markt reagiert auf Kundenwünsche

In den vergangenen Kollektionen war die Anpassung des Kinderbekleidungsmarkts an die Wünsche dieser Verbrauchergruppe demnach bereits spürbar: die Anzahl an geschlechtsneutraler und aktuellen Trends folgender Kindermode ist stark gestiegen. Ebenso auch die sogenannten „Mommy-and-Me-Kollektionen“, also farblich zueinander passende Kollektionen für Mütter und ihre Kinder. Auch der Kinderausstatter Jako-o bietet in seiner kommenden Frühjahrskollektion einen entsprechenden Look für Mutter und Tochter an. „Hier gehen wir aber bewusst den anderen Weg: Wir orientieren uns am Kind und geben Mama die Möglichkeit, sich genauso fröhlich und spielgerecht zu kleiden“, erklärt Annika Reimund, Marketing- und Vertriebsleiterin bei Jako-o.

Kinderbedürfnisse im Fokus

Trends hin oder her – bei der Herstellung von Kinderkleidung dürfen die speziellen Bedürfnisse der Kleinen nicht außer Acht geraten. „Wir glauben, dass Kinderkleidung bequem, stilvoll sowie praktisch sein sollte“, so H&M. Und auch Jako-o orientiert sich hauptsächlich an den Bedürfnissen der Kinder: „Kinder wollen Kleidung, die leicht selbst anzuziehen ist, nicht zwickt und zwackt – kurz: Mode, die mitspielt. Kinder lieben es fröhlich, was sich in Farben, Mustern und Motiven wiederspiegelt. Vor diesem Hintergrund lässt sich für uns Erwachsenen-Mode nicht 1:1 auf Kindermode übertragen. Unser Anspruch ist es, Mode hochwertig, kindgerecht und dabei modern zu machen. Trends gehen wir mit, solange sie unserer Philosophie entsprechen – gerade in puncto Passform, Schnitt und – last but not least – Qualität.“

Mode vs. Funktionalität?

Insgesamt soll Kinderbekleidung aber nicht nur modisch, sondern auch praktisch und sicher sein. Laut IFH Branchenfokus sind aus Sicht der Eltern Funktionalität, Sicherheit und Qualität weiterhin entscheidende Kaufargumente. Demnach achten Eltern vor allem auf praktische Details wie beispielsweise Druckknöpfe statt Knopflöchern, auf eine sichere Verarbeitung sowie auf qualitativ hochwertige und schadstofffreie Kinderkleidung.

 

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Link: Branchenfokus Kinderbekleidung des IFH Köln

Bild: maisonnoée

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