Die Kommunikationsmanagerin Hannah König und Geschäftsführer Stephan Schenk sind die Köpfe hinter den Stapelsteinen. Mit diesem Produkt schafft die joboo GmbH vielfältige Bewegungsanreize für Kinder – hat aber auch andere Zielgruppen im Visier. Das Luna Journal sprach mit den beiden Gründern.

Seit wann gibt es die Stapelsteine und was ist das Besondere daran?

Nach einem zweijährigen Entwicklungsprozess wurde der Stapelstein 2017 das erste Mal auf der Didacta Bildungsmesse in unserer Heimatstadt Stuttgart der Öffentlichkeit präsentiert. Der hohe Aufforderungscharakter zur bewegten und kreativen Auseinandersetzung mit dem Objekt zeichnet den Stapelstein aus. Das außergewöhnliche Verhältnis aus Leichtigkeit und Stabilität ermöglicht die Nutzbarkeit für Kleinkinder bis hin zu erwachsenen Personen mit und ohne Behinderung. Der Stapelstein bewegt und verbindet Generationen.

Für welche Zwecke können die Stapelsteine eingesetzt werden und wer sind die Hauptzielgruppen?

Rollen, balancieren, schwimmen, sitzen, befüllen, verstecken, strukturieren, tasten, trommeln transportieren, stapeln u.v.m. Etwas abstrakter: Der Stapelstein unterstützt die bewegte Förderung von Motorik, Kognition, sozialer Kompetenz und der Kreativität. Momentan fokussieren wir uns mit unserem Konzept auf Kinder ab einem Jahr bis ins Schulalter. Sowohl in öffentlichen Einrichtungen wie Krippe, Kindergarten und Schule als auch zu Hause im Kinderzimmer kommen die Stapelsteine zum Einsatz.

Die Stapelsteine sind für Kinder ab einem Jahr geeignet. Da müssen besondere Vorschriften beachtet werden. Welches Material verwenden Sie und wo werden die Produkte hergestellt?

Der Stapelstein besteht aus dem ressourcenschonenden Material “EPP”, das zu 100% recycelbar ist. EPP ist frei von Treibmitteln, Weichmachern und sonstigen Zusatzstoffen – wir verarbeiten es pur und zu 100 Prozent in Deutschland. Der 180 Gramm leichte Stapelstein kann bereits von Kleinkindern altersgerecht bewegt werden und stellt aufgrund seiner runden Form und der dämpfenden Eigenschaft keinerlei Verletzungsgefahr dar.

Wie wichtig ist Nachhaltigkeit für Sie?

Der Stapelstein wird sehr umweltschonend produziert. Wir erreichen allein durch den innovativen Schäumprozess mit reinem Wasserdampf eine Einsparung von 96 Prozent Roh-Material. Wir sind der Überzeugung, dass die langfristige Nutzbarkeit eines Produkts aber mindestens genauso bedeutend für die Nachhaltigkeit ist. Bereits im Designprozess haben wir darauf geachtet, dass der Stapelstein ein zeitloses Erscheinungsbild hat, langlebig ist und sich schlussendlich einfach recyceln lässt. Die Achtung gegenüber unserer Umwelt begleitet uns bei jedem Gedanken, bei jeder Entscheidung und bei jeder Handlung sowohl im Unternehmen als auch Privat.

Über welche Kanäle sprechen Sie die Käufer der Stapelsteine an?

Wir sind auf zahlreichen Bildungsmessen und Fachkongressen persönlich vor Ort und sind der Überzeugung, dass man den Stapelstein physisch erfahren und erproben muss, um sein großes Potential zu begreifen. Wir möchten für unsere Zielgruppe aber auch digital präsent sein. Über unseren Instagram-Kanal treten wir in den direkten Austausch mit unseren Nutzern. Die Meinung der Nutzer ist uns besonders wichtig und war seit Beginn des Projekts eine entscheidende Inspiration.

Online-Shop, Messen, stationärer Handel? Was sind Ihre wichtigsten Vertriebswege?

Zu Beginn waren es die Messen, die uns in Kontakt mit ersten Handelspartnern gebracht haben. Kindergarten- und Schulhändler sind seither und bis dato unser Standbein. Der Online-Handel hat in diesem Jahr im Bereich Home- und Lifestyle einen großen Aufschwung bekommen.

Wo können denn Stapelsteine noch zum Einsatz kommen und wie sind Ihre Pläne zur Ausweitung der Kundensegmente?

Zusätzlich zu unserem Kerngeschäft in den öffentlichen Einrichtungen von Krippe bis Schule sehen wir Chancen im Therapie- und Fitnessbereich. Ein weiteres Potential ist die Altenpflege. Auch dort ist die Leichtigkeit, die Sicherheit und die einfache Handhabung des Stapelsteins besonders wertvoll.

Wie hat sich Ihr Unternehmen entwickelt und wie sehen Ihre weiteren Ziele aus?

Seit der Gründung konnten wir uns über ein konstantes Wachstum freuen. Wir möchten mit diesem Projekt aber vor allem Menschen anstatt nur Geld bewegen. Zusätzlich zu unseren Zielen für eine bewegungsfreundliche und gemeinschaftliche Gesellschaft machen wir uns auf den Weg zu einer klimaneutralen Produktion.

Welche Bedeutung kommt Bewegungsspielzeug zu? Wie beurteilen Sie dieses Marktsegment?

Es gibt zu viele starre, undynamische Gegenstände. Stühle und Tische zum Beispiel. Egal in welchen Raum man geht – sie stehen leblos nebeneinander und versperren den Weg. Wie soll da Bewegungslust aufkommen? Wandelbare Objekte hingegen ermutigen zur situationsgerechten Veränderung des Raums und motivieren dazu, sich selbst zu bewegen. Wir denken nicht, dass es darum geht, noch mehr “Spielzeug” zur Kompensation von starren Lebenswelten zu schaffen, sondern darum, Gegenstände, Möbel und vor allem auch die grundlegende Architektur bewegungsfreundlicher zu gestalten.

Was sind Ihre Empfehlungen, um in dieser Branche mit Bewegungsspielzeug erfolgreich zu sein?

Eine Produktentwicklung, die aus der Praxis und gemeinsam mit Kindern entsteht.

 

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Link: Die noch jungen Stapelsteine bieten dem Markt für Bewegungsspielzeug neue Impulse.

Bild: Joboo GmbH

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