Kinderbetten müssen besonders sicher sein. Öko-Test hat 14 Matratzenhersteller getestet. Dabei fällt fast jede zweite durch. Vier sind sogar so weich, das Babys ersticken könnten. Die günstigste Matratze wurde hingegen mit „sehr gut“ ausgezeichnet.

Schadstofffrei und gut für den Rücken – so sollte jede Kindermatratze aussehen. Das wichtigste für Eltern ist aber, dass die Kleinen sicher gebettet sind. Schließlich liegen sie dort viele Stunden ganz allein und häufig auch unbeaufsichtigt.

Vier Matratzen mit „gut“ und „sehr gut“ getestet

Die guten Nachrichten vorneweg: Es gibt drei Matratzen die mit „sehr gut“ getestet wurden sowie eine Matratze die mit „gut“ getestet wurde. Matratzen die mit „sehr gut“ getestet wurden  sind Ikea, Träumeland und Waschbär. Alle drei Matratzen sind besonders schadstoffarm, haben die Praxisprüfung bestanden und weisen weder Mängel noch andere Gefahrenquellen auf. Die „sehr gut“ Matratze von Träumeland ist zudem auch noch die günstigste im ganzen Testergebnis. Auch die Kindermatratze von Prolana überzeugt mit einem „gut“ im Test. Auch hier gibt es keine Mängel, die Praxisprüfung wurde bestanden und  es wurden keine weiteren Gefahrenquellen entdeckt.

Erstickungsgefahr bei  Kindermatratzen

Vier Kindermatratzen sind jedoch alles andere als sicher – zumindest für Babys. So lassen zu weiche Matratzen das Baby in Bauchlage mit dem Gesicht soweit einsinken, dass es keine frische Atemluft bekommt. Insbesondere Säuglinge können auf den Sauerstoffmangel noch nicht durch das Anheben des Kopfes und Co. reagieren und könnten im schlimmsten Fall ersticken.

Vier Kindermatratzen erfüllen nicht die DIN-Norm

Schon vor Jahren haben Expterten deswegen eine europäische DIN-Norm für Kindermatratzen entwickelt. Seit 2017 können Hersteller die Sicherheit ihrer Produkte anhand dieser Norm prüfen. Noch ist die DIN-Norm allerdings nicht rechtlich bindend.

Vier der getesten Matrazen erfüllen aber genau diese DIN-Norm nicht. Eine speziell verwendete Testkugel sinkt jeweils viel zu tief auf mindestens einer Seite der Matratze ein. Besonders bitter: Häufig werden die zu weichen Matratzen vom Hersteller auch noch ausdrücklich für Babys kompatibel gelobt.

Weitere Gefahrenquelle – verchluckbare Kleinteile

Weitere Gefahrenquellen sind zudem Kleinteile und Aufkleber, die abbrechen können. Babys stecken sich ja bekanntlich alles in den Mund. Deswegen bezieht sich eine Reihe von Vorgaben auch speziell auf genau dieses Problem.

Im Öko-Test halten fünf Matratzenhersteller  die Vorgabe nicht ein. Reissverschlussgriffe an den Bezügen brechen ab und aufgeklebte Etiketten lassen sich mit wenig Kraft ablösen. Bei einem Hersteller war zudem die Matratzenfüllung viel zu leicht zugänglich.

Größenangaben stimmen nicht

Ärgerlich ist zudem, das fünf der getesteten Matratzen größer oder kleiner sind, als angegeben. Dadurch passen sie unter Umständen nicht richtig an das Bettchen oder Gestell und das Kind kann sich zwischen Matratze und Bett einklemmen.

Keine gravierenden Schadstoffprobleme bei den getesteten Matratzen

Aber es gibt auch gute Nachrichten. Ein gravierendes Schadstoffproblem konnte bei keinem der getesten Matratzen festgestellt werden. Acht Kindermatratzen bekommen lediglich je eine Note Abzug und nur eine einzige zwei Noten.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Sicherheitsprodukte werden attraktiver, damit Kinder sie auch anwenden

Stiftung Warentest testet Kindermatratzen – Sicherheitsnorm soll Kinder schützen

 

Link: Hier können Sie sich den kompletten Kindermatratzentest von Öko-Test anschauen.

Bild: iStock

//AB