Die neue Hartwaren-Marke Avova ist seit dem Frühjahr 2019 auf dem Markt und legt den Fokus auf sichere und schlichte Kindersitze. Luna Journal sprach mit Manfred Held, Geschäftsführer der Avova GmbH über den Markteintritt und welche Strategie er verfolgt, um Avova auf dem Markt zu etablieren.

Seit den 80er Jahren entwickeln Sie Autokindersitze. Nun haben Sie das Unternehmen Avova gegründet. Welche Motivation steckt dahinter?

Im Grunde genommen, wollte ich etwas richtig Tolles für die Kindersicherheit tun und das mit Hilfe eines großartigen Teams. Unser Ziel ist es, hervorragende Kindersitze zu schaffen, ohne Schnick-Schnack und ohne große Limitierungen.

Welche technischen Innovationen bieten Sie zukünftig Ihren Kunden?

Zu den äußerst wichtigen Sicherheitsmerkmalen gehören unter anderem verbesserte Gurtführungen, die sicherstellen, dass der Beckengurt ordentlich sitzt. Das senkt das Verletzungsrisiko im Bauchbereich deutlich.

Eine weitere Neuerung ist der integrierte Seitenaufprallschutz, der in die besonders tiefen Seitenwangen der Kindersitze eingebaut ist: ISIP (integrated side impact protection). Statt an Breite draufzupacken, haben wir smarte Sicherheitstechnik in den Sitz integriert für einen verbesserten Schutz von der Seite – und Platz für weitere Fahrgäste auf der Rückbank.

Desweiten hat unser Sperling-Fix i-Size ein ausfahrbares Isofix-System, das die Installation sehr vereinfacht. Er ist außerdem sehr leicht umrüstbar und bietet eine richtige Liegeposition, die auch für die großen Kinder genutzt werden kann.

Wie planen Sie sich auf dem hart umkämpften Hartwaren-Markt zu etablieren?

Mit Zuverlässigkeit, höchsten Qualitätsansprüchen, Engagement und Kundennähe.

Inwieweit unterscheiden Sie sich von anderen Hartwaren-Herstellern?

Wir fertigen Made in Germany und wir entwickeln nur Sitze nach der neuesten europäischen Norm UN ECE R-129. Dies bedeutet, dass alle Sitze nach den modernsten Teststandards zugelassen sind. Als kleines, schlankes Unternehmen können wir deutlich schneller auf Kundenwünsche eingehen.

Wird es einen Isofix oder einen i-Size Kindersitz von Avova geben?

Wir führen zurzeit zwei Produkte im Angebot. Dies ist einmal unser “Star“ für eine Körpergröße von 100 – 150 cm. Ihn gibt es in zwei Ausführungen – einmal mit Isofix, unseren Star-Fix, und einmal in der „belted“-Version.

Unser zweites Produkt ist der Sperling-Fix i-Size, dieser ist zugelassen für eine Körpergröße von 76 bis 150 cm. Wie der Name schon sagt, hat dieser Sitz Isofix-Konnektoren und ist zudem noch i-Size.

Inwieweit lassen Sie zukünftig die Kunden Einfluss auf Ihre Produkte nehmen?

Feedback von Kunden ist uns sehr wichtig. Wir werden regelmäßig Fragebögen an unsere Händler versenden und stehen in engem Kontakt mit ihnen.

Eins unserer ersten Vorhaben, dass wir gestartet haben, waren unsere Social-Media-Kanäle. Endverbraucher können sich jederzeit an uns wenden – alle Anfragen dazu landen auf meinem Schreibtisch.

In welchen Ländern planen Sie die Avova Kindersitze zukünftig zu vertreiben?

Fokus wird unser Homemarkt sein, die deutschsprachigen Länder. Den Rest Europas werden wir schrittweise angehen.

Wo sollen die Autokindersitze in Zukunft angeboten werden? Fokussieren Sie sich dabei mehr auf den stationären Handel oder den Online-Handel?

Unser Fokus liegt auf dem stationären Handel. Unser Produkt ist ein Sicherheitsprodukt, dass einer Beratung bedarf. Wir empfehlen, den Sitz im Auto auszuprobieren und das Kind „Probesitzen“ zu lassen.

Sie produzieren Made in Germany. Was bedeutet das für Sie in punkto Nachhaltigkeit?

Der klare Vorteil sind die kurzen Transportwege. Wir beziehen den Großteil unserer Komponenten aus Deutschland und Europa. Wir haben hier sehr gute Lieferanten, die uns mit hervorragender Qualität versorgen.

Nach welchen Richtlinien produzieren Sie?

Wir produzieren nach der neuesten Norm ECE R 129. Das bedeutet, dass alle unsere Kindersitze die modernsten und strengsten Test-Kriterien erfüllen.

Mit welchen Prüfinstituten arbeiten Sie zusammen?

Wir arbeiten mit DEKRA zusammen – ausgewiesene Experten, die sich sehr gut mit der neuen Norm auskennen. Das ist nicht selbstverständlich.

Wie wichtig sind Ihnen Test-Ergebnisse der Stiftung Warentest und anderen Prüfinstitutionen?

Tests sind für uns immer ein guter Indikator, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Test-Ergebnisse der Stiftung Warentest sind ebenso ein wichtiger Bestandteil, jedoch benötigen wir bis dahin noch einen gewissen Marktanteil, dass man für diesen Test ausgewählt wird. Das ist eine unserer Hausaufgaben, an denen wir gerade arbeiten.

Welche Marketingmaßnahmen verfolgen Sie? Kommt für Sie eine Zusammenarbeit mit Influencern in Frage?

Marktingmaßnahmen – im Sinne, unsere Marke bekannter zu machen. Wir sind in Kooperation mit verschiedenen Händlern und Branchenmagazinen. Ebenso steht dieses Jahr unser großer Messeauftritt auf der Kind + Jugend in Köln im September an. Wir freuen uns schon sehr, ein breites Publikum dort anzutreffen.

Ebenso sind wir, wie bereits erwähnt, auf Social Media aktiv und verfolgen natürlich dort auch die rege Influencer-Szene. Eine Zusammenarbeit mit Influencern ist durchaus denkbar.

Welches Ziel verfolgen Sie für das nächste Jahr?

Uns im Markt zu etablieren ist das Hauptziel. Außerdem arbeiten wir an der Entwicklung von weiteren Produkten.

 

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Bild: Avova

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