Tchibo und Otto sind Teil des Pilotprojekts PraxPack und testen das nachhaltige Versandsystem. PraxPack möchte bis Anfang 2020 wiederverwendbare Versandpackungen einführen. Dadurch sollen die Ressourcen eingespart und der Abfall, sowie der CO2-Ausstoß reduziert werden.

Gefördert wird das Projekt vom Bundesforschungsministerium. Die Leitung der Kampagne übernimmt das Hamburger Institut für Ökologie und Politik.

Pilotprojekt PraxPack

Durch das Projekt soll ein Mehrwegsystem in Versandhandel ermöglich werden, um mittelfristig eine substanzielle Senkung des verpackungsbedingten Ressourcenverbrauchs und hiermit verbundener Abfallmengen zu erreichen. Repack liefert dazu die wiederverwendbaren Taschen. Das Unternehmen wurde 201 in Finnland gegründet und vertreibt Polypropylen Taschen in drei Größen S (0-6 Liter), M (6-21 Liter), L (20-45 Liter) an. Repack weist einen Kundenstamm von skandinavischen Shops und jungen Unternehmen aus Großbritannien und Belgien auf.

Laut Tchibo sei das nachhaltige Versandsystem vor allem für Textilien geeignet. Die ware erhält der Kunde in einer Tasche von Repack. Nach Entnahme der Ware wird die Tasche von dem Kunden zusammengefaltet und an die Rücksendeadresse zurückgeschickt. So sollen die Leerverpackungen  an einen zentralen Dienstleister gehen und die Retouren direkt an Tchibo.

Nachhaltigkeitsstrategie von Tchibo

„Im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie setzen wir unter anderem auf die Einsparung von Ressourcen. Dazu gehört selbstverständlich auch die Reduzierung von Verpackungsmaterial. Deswegen suchen wir auch im Bereich Logistik nach sinnvollen Mehrweglösungen. Daher beteiligen wir uns an dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) co-finanziertem Projekt PraxPack. Im Rahmen dessen soll ein Einsatz vom Mehrwegverpackungen erprobt werden. Die Ergebnisse werden der Branche zur Verfügung gestellt werden“, so Tchibo.

Verpackungsabfälle in Privathaushalten

Pro Jahr fallen in Deutschland beim Endverbraucher über 750.000 Tonnen Verpackungen aus Papier, Pappe oder Karton (PPK-Verpackungen) und über 50.000 Tonnen Kunststoffverpackungen an. Demnach sind mehr als ein Viertel der PPK-Verpackungsabfälle in den Privathaushalten auf den Versandhandel zurückzuführen. Bis 2020 ist im Versandhandel mit einem weiteren Wachstum von etwa 20 Prozent zu rechnen, so Tchibo.

Teilnehmer des Pilotprojekts PraxPack

Das Pilotprojekt hat am 1. Juni 2019 begonnen und hat eine Laufzeit von 32 Monaten. Sichtbarer Start ist in Q1 2020. Weitere Teilnehmer, neben Tchibo und Otto sind Avocadostore, die Deutsche Post DHL, der Verpackungshersteller Cargo Plast und die Gesellschaft für Verpackungsforschung am Projekt PraxPack.

Mimi Sewalski, Geschäftsführerin und Mitgründerin von Avocadostore erklärt: „Es ist Zeit für eine Disruption im Versandhandel. Mit unserer nachhaltigen Produktpalette zeigen wir bereits, dass es Alternativen gibt – wir möchten aber mehr. Wir wollen der ganzen Branche zeigen, dass es höchste Zeit für eine Veränderung ist und das diese möglich ist. Deswegen freuen wir uns besonders, dass auch die Großen der Branche an dem Projekt beteiligt sind.“

Tchibo reduziert CO2 Ausstoß

Neben dem Pilotprojekt liegt dem unternehmen Tchibo das Thema Nachhaltigkeit sehr am Herzen. Mit dem Programm LOTOS (Logistics Towards Sustainability) bündelt Tchibo alle Maßnahmen zu einer „nachhaltigen Logistik“. Das Programm wurde 2006 ins Leben gerufen, um den Transport-bezogenen CO₂-Fußabdruck vom Verschiffungsort über die Lagerstandorte bis hin zum Supermarkt, in die Filiale und zum Endkunden zu erfassen, um daraus eine jährliche Bilanz zu ziehen. Der wichtigste Faktor dabei ist der Transport, wenn es um die Reduzierung von Emissionen geht. Tchibo hat sich das Ziel gesetzt, bis 2020 die CO₂-Emission um 40 Prozent pro Tonnenkilometer im Warentransport zu reduzieren.

Tchibo erhält Lean and Green 1st Star

Innnerhalb von drei Jahren schaffte es das Unternehmen, eine Reduktion seiner CO₂-Emissionen um 23 Prozent zu erzielen. Für das Resultat ehrte GS1 Germany das Engagement von Tchibo jetzt mit dem Lean and Green 1st Star. Die Initiative zertifiziert ökologisches Verantwortungsbewusstsein mit konkretem Bezug zu Lager- und Logistikprozessen. Das Ziel lautet dabei 20 Prozent weniger CO₂-Austoß in fünf Jahren.

Dr. Jens Köppen (CFO), Sina-Maria Schoenlein (Tchibo Logistik), Sarah-Christin Prothmann (Tchibo Logistik) und Thomas Linemayr (Vorsitzender der Geschäftsführung)

„Wir gratulieren Tchibo herzlich zu diesem Engagement und der erfolgreichen Umsetzung. Das Besondere ist der Radius, über den sich die Maßnahmen erstrecken, denn Tchibo betrachtet hier seine globale Logistik“, erklärt Oliver Püthe, Senior Branchenmanager Logistikdienstleister bei GS1 Germany. Ob Rohkaffee aus Südamerika und Afrika oder Non-Food-Waren aus Asien: Die CO₂-Bilanz erstreckt sich von der Verschiffung über die Lagerhaltung bis hin zur Distribution in Deutschland und Europa. Neben der Optimierung der Transporte und der Lagerprozesse werden zusätzlich die Verpackungen in der Logistik reduziert. Darüber hinaus strebt Tchibo den Austausch in Initiativen wie zum Beispiel Lean and Green an. Ziel ist es, Reporting-Standards weiterzuentwickeln sowie Möglichkeiten zur CO₂-Reduktion gemeinsam zu erarbeiten und umzusetzen.

„Nachhaltigkeit ist bei Tchibo schon seit 2006 im Fokus. Wir freuen uns sehr, dass wir nun für unser anhaltendes Engagement mit dem Lean and Green 1st Star ausgezeichnet werden. Wir sehen dies als zusätzliche Motivation, uns noch mehr für nachhaltige Prozesse einzusetzen“, bestätigt Alexander Ralfs, Director Supply Chain Management & Logistik bei Tchibo.

 

 

 

 

 

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Link: Tchibo und Otto testen nachhaltiges Versandsystem

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